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Mensch und Natur im Kosmos

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2. BLÖSSE DES LEBENS

Zum Gedenktag der Shoa

Papst Franziskus besucht Ausschwitz. Zu Fuss und schweigend. Nach wie vor fehlt uns ein Verständnis für die Shoa. Eigentlich müsste der Papst auch deutsche Stuben und Schlafzimmer aus der Zeit unmittelbar vor der Hitlerei besuchen, denn das würde Einiges klären. Leider geht das nicht. Weiterlesen

Was wir vermissen werden

Sollte Corona irgendwann vorbei sein, werden wir wenigstens zwei Dinge vermissen. Etwas Lustiges, nämlich das wohlige Kratzen am Nasenbein nach Ablegen der Schutzmaske, aber auch etwas Ernstes.
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Mein Augenarzt in Stalingrad

Noch nie ging es für mich jemals so richtig um die Wurst. Um Leben oder Tod schon gar nicht. Noch nicht. In Engpässe gedrängt, sagt man, wüchsen die Leute über sich selbst hinaus. Das ist mir bislang erspart geblieben. Leider. So stecke ich in meinem behäbigen Leben fest. Gewisse Fähigkeiten, die in mir schlummern, bleiben mir so unbekannt. Nicht so mein Augenarzt. Er hat Stalingrad überlebt. Als Soldat der Reichswehr. Weiterlesen

Anmerkung zur Conditio Humana

Es gibt eine Liste von Bedingungen oder Eigenschaften, die ein menschliches Leben ausmachen. Dazu gehören Sterblichkeit und das Wissen darum als Grundlage aller Ängste, die wir ausstehen. Schon hier wird die hohe Spannung klar, die sich aus der Liste schlussfolgern lässt. Diese Spannung prägt unser Leben. Verständnis dafür gibt es unter uns Menschen gleichwohl kaum.
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Im Liegestuhl

Vor Jahren machte ich eine verrückte Erfahrung. Wir räkelten uns in Liegestühlen geschmiegt auf der Dachterrasse. Wohlnormierte Gartenmöbel, von der Stange gekauft. Wie angegossen fühlten sie sich an. Mit der Zeit jedoch kippte meine  Behaglichkeit in Unwohlsein.
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Süchtige erneut

Der Volksmund ist psychoanalytisch geworden: Du verdrängst nur, heisst es. Du rationalisierst. Dies und das sind bloss Ersatzhandlungen. Freud wäre skeptisch. Wer Sucht als Ersatzhandlung abtut, übersieht, wie trickreich das Leben vorgeht. Dazu braucht es eine Sichtweise oder eine Lesart, die über Freud hinausgeht. Was keineswegs gegen ihn spricht.
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Süchtige

Süchtige gelten für selbstbezogen, für rücksichtslos. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Eigentlich nicht einmal das.

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Kain und Abel 20

Die Luft wird dünn. Vorwürfe und Unverständnis nehmen zu. Auch Hass kommt auf. Am Bahnhof vernahm ich übers Gleis hinweg, wie jemand, der in Sachen Corona die Regeln genau befolgte, seiner Wut über Kollegen Luft verschaffte, die die Sache weniger ernst nahmen. Nun sei er allein. Im Stich gelassen. Wohl in Quarantäne.

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Sex und Corona

Das Thema musste ja kommen. Die Krise lobt die Treuen, sofern sie auch zuvor ihr Bett teilten. Ansonst herrscht Notstand. Das Rotlicht sei ausgeknipst, heisst es lapidar. Andere treibt es um, wie sie auf eineinhalb Metern Abstand anbändlen möchten. Das hängt davon ab, wie weit das umbuhlte Gegenüber seinen Schutz aufzugeben bereit ist. Allerdings gibt es eine Gruppe, die von all dem ungerührt durch die Krise steuert, ohne treu zu sein. Ausser sich selbst.

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Blutig. Vom Verzehr allgemein

 

Der Streit zwischen Fleischessern und Gutmenschen, die nur Grünzeug kleinhacken, interessiert mich immer weniger. Stattdessen bin ich, wie so oft, nun auch hier, auf Umdeutung von Sachverhalten aus, die uns allzu selbstverständlich erscheinen.
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Norm als Verführung

Kinder schielen nach der Reaktion von Erwachsenen, wenn sie sich stossen. Sie überprüfen, für wie schlimm der Vorfall eingeschätzt wird. Erst dann wird geweint oder eben nicht. Auch wir Erwachsenen äugen nach Normen, damit wir unser Verhalten anpassen. Oder es rechtfertigen. Je nach Situation wirken sie auf uns sogar wie eine Verführung.

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Corona-Flüchtling

Dieses Frühjahr fuhr ich mit dem Backfiez über Land, den öffentlichen Verkehr zu meiden. Auf meiner Rückkehr von der Arbeit oberhalb Nussbaumen geriet ich in ein prachtvolles Abendrot.
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Anmerkung zu Gier

Gier gibt’s nicht. Nicht die bewusstlose Gier, die brünstig hortet und zusammenrafft. Diese Bestimmung von Gier, die ihrerseits eher bewusstlos scheint, verdeckt leider, wie gefährlich Gier bei Menschen wirklich ist.

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Anmerkung zu Schadenfreude

Schadenfreude gibt`s nicht. Wie bitte? Natürlich lachen die Leute über die Missgeschicke anderer. Das Netz wimmelt von Filmchen dieser Art. Die Freude aber hat nur zweitrangig mit dem Schaden zu tun. Und gewiss nicht damit, dass die Person erniedrigt wird, die ihn erleidet. Ausgenommen der Fall, dass der Schadenfrohe mit ihr eine Rechnung zu begleichen hat.

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Frauenbeschneidung. Eine Kehrseite

Die Weltoffenen unter uns begeistern sich für die Vielfalt an Kulturen. Sie betonen das Gemeinsame unter Menschen weltweit. Ihre Begeisterung verstummt jedoch abrupt, sobald es um Frauenbeschneidung geht. Da hört alle Gemeinsamkeit auf. Das ändert nichts daran, dass diese empfindliche Verstümmelung in einem Grundsatz verankert ist, der uns auch heute genauso am Herzen liegt.

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Bach. Ein Fall intimer Ökonomie

Bach

Johann Sebastian Bach wurde mir immer als frommer Mensch nahegebracht, der bar jeder Eitelkeit alles zu Ehre Gottes ausführte. «Soli Deo Gloria», so lautet seine Formel. Mir scheint, darin verbirgt sich auch eine Selbstdisziplinierung voller Angst. Weiterlesen „Bach. Ein Fall intimer Ökonomie“

Mann Frau Mensch

Bastl

Das Geschlecht ist uns angeboren. Das scheint sonnenklar. Ist es aber nicht. Seit Langem herrscht eine andere Meinung vor. Demnach wird uns das Geschlecht anerzogen. Kann es nicht beides sein? Einmal rutschte mir die Bemerkung heraus, Frauen seien stärker ins menschliche Leben inkarniert als Männer. Man fand diese Aussage schon etwas irritierend. Ich versuche mich zu erklären:

Weiterlesen „Mann Frau Mensch“

Vereinsleben

Bastl

Auch das Vereinsleben hat sein Sterben. Sonst wäre es keines. Eine geheime Trauer liegt über dem Land. Dieser Nebel jedoch dünnt aus, denn die Trauernden sterben weg. Weiterlesen „Vereinsleben“

Eine Kehrseite von Hass

Bastl

Neuerdings werden rote Linien gezogen. Das heisst, wer bestimmte Werte ablehnt, scheidet als Gesprächspartner aus. Diese Linien richten sich besonders gegen Faschisten. Ihr Hass gilt als Tabu für jeden weiteren Austausch. Für mich ist alles Menschliche Gesprächspartner. Daher setze ich mich für eine ungewohnte Lesart von Hass ein. Weiterlesen

Hundert Jahre

Bastl

Letzthin war ich zu einem Jubiläum eingeladen. Die Grosstante meiner Partnerin feierte ihren Hundersten. Mein Erscheinen sorgte für Unmut, da ich für diesen Anlass zu sommerlich gekleidet war. Erst später würde mir Genugtuung widerfahren. Weiterlesen

Ein Reflex namens Antisemitismus

Bastl

Seit Jahren wird erneut vor dem Antisemitismus gewarnt. Mit Nachdruck. Der Hass auf Juden ist ein Reflex, kein Denken. Er gehört zu den Kennzeichen der spättierischen Phase menschlichen Lebens, wo Impulse immer wieder sachliche Überlegungen durchkreuzen. Sicher aber ist er eine bequeme Einstellung. Kein Grund, deshalb gleich philosemitisch zu werden. Das Judentum lässt sich in einer Weise verstehen, die beide Pole hinfällig macht.
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Ein Mundschutz und drei Tennisbälle

Über drei Stunden Maske tragen im Zug, ohne Pause, das hatte ich zunächst unterschätzt. Bisher genoss ich Erlösung spätestens nach einer Viertelstunde. Diese Prüfung bestand ich erst nach einer kleinen Höllenfahrt. Um da herauszukommen, war viel Gedankenarbeit erforderlich. Weiterlesen

Erwachsene verstehen. Eine Handreiche für Kiz

Bastl

Erwachsene verändern sich. Wie alles. Eine Schulleiterin, die sich ungewöhnlich lange im Amt hält, meinte zu mir, seit wenigen Jahren seien Eltern kritischer geworden. Und zwar aus Unsicherheit, wie sie mutmasst. Ich horche auf. Denn diese Eltern sind genau so alt wie ich.
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Vor den Ferien

Bastl

Unter Menschen herrscht eine Art Gesetz des Ausgleichs: Die eigene Sache wird derart betont, dass die gegnerische Eigenart in Misskredit gerät. Jedenfalls geschieht das offenkundig bei Kindern. Zum Beispiel vor den Ferien. Weiterlesen

Bildstock

Religiöse Praktiken mögen überholt sein. Sie weichen derart von heutigen Lebensformen ab, dass sie schon wieder provokant wirken.
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Nachdenken über das Leben

Es berührt uns herzallerliebst, wenn Kleinkinder Klötze aufeinandertürmen und ihr Bauwerk mit viel Gekreisch wieder zerzausen. Unsere Freude daran wird von der Gewissheit getragen, dass die Kleinen irgendwann zur Vernunft kommen werden. Dabei übersehen wir, dass das Leben in diesem Vorgang etwas von sich verrät.
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Bedürftige überall

Ein Mann mit Gehhilfe wartet auf dem Bahnsteig. Er atmet schwer, hat einen knallroten Kopf. Seine Bedürftigkeit scheint offensichtlich. Aber das kann täuschen. Was Behinderung angeht, sind wir normal Verfasste mit einer besonderen Blindheit geschlagen. Also um kein Haar weniger bedürftig. Weiterlesen

Was wir voneinander wissen

Scheue Kinder fremden, heisst es hierzulande. Aber auch gewisse Erwachsene verhalten sich so. Man weiss ja nichts voneinander. Das macht vorsichtig. Diese gängige Überzeugung, warum wir uns so benehmen, ist womöglich verfehlt. Erwachsene fremden, so vermute ich, weil sie eher zu viel voneinander wissen.
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Nachdenken über Bestechlichkeit – Leben und Lieben

Korruption ist ein heftiger Vorwurf. Was die Krise anbetrifft, so erschallt er häufiger als sonst. Und wie üblich mit viel Empörung aus voller Brust. Kreuzigt sie! An die Wand mit ihnen. Ohne Verfahren, ohne Debatte. Die Sache liegt auf der Hand. Meint man. Ich bin hingegen für jede Debatte, denn Korruption kann man auch anders lesen. Verträglicher für ein Leben unter Menschen. Weiterlesen

Betrachtungen zum Hausschwein. Leben und Lieben

Gut ist, was Leben verbindet. Das ist eine politische wie moralische Frage. So gesehen eine nützliche Formel. Das Mittel, eine Verbindung herzustellen, lautet Verstehen durch Einsicht. Hier eine Fingerübung am Beispiel des Hausschweins.
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Von wegen Arroganz. Leben und Lieben

Einmal mehr ist von der Arroganz der Deutschen die Rede. Im Zusammenhang mit unterlassenen Hilfen für Italien. Keine Ahnung, wie ich das beurteilen soll. Mein Problem: Ich sehe diese Arroganz nicht. Dafür etwas Anderes: Wer das Kinn erhoben hält, dem steht vielleicht das Wasser bis zum Hals. Weiterlesen

Backfiez. Ein Fall von Behaglichkeit – Leben und Lieben 10

Seit Corona fahre ich mit meinem Backfiez über Land. Das ist eine Art Kastenrad, das gerade in dieser Zeit den Leuten ein Lächeln aufs Gesicht zaubert, wenn ich ihre Wege kreuze. Warum nur? Auch Autos brausen vorbei, unter anderem. Doch niemand freut sich daran.
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Leben und Lieben in Zeiten von Corona 3

Friedhofstille beim Einkaufen. Es misslingt mir, lässig zu bleiben. Die Begegnungen verlaufen verkorkst. Eine sonderbare Art Ping-Pong spielt sich ab. Wichtiger als sonst ist der Blick.
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Leben und Lieben in Zeiten von Corona 2

Ein Vater und sein Sohn joggen in Richtung Wald. Der Jugendliche wirkt unbeholfen, aber er gibt sich Mühe. Heute das gleiche Bild: Vater und Sohn, diesmal auf dem Rad. Reiss dich zusammen, höre ich die Erzieher mahnen. Recht so! In dieser Krise reissen alle sich zusammen. Also auch du! Allerdings gibt es Menschen, die ihr Bestes geben, seitdem sie denken können. Und zwar bei wechselndem Erfolg. Überlege dir, man verlangt von ihnen, sie sollten sich gefälligst zusammenreissen. Ein Friedensvertrag wäre notwendig, verordnet dank Notrecht wie alles Andere. Damit ein ganzes Volk nicht überkocht. Leider gibt es keine Exekutive dafür.
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Leben und Lieben in Zeiten von Corona

Auf dem Planeten ist es still geworden. Warum auch nicht? Man liest, in Manhatten höre man die Vögel zwitschern. Auch die Sonderlinge unter uns jubilieren. Sie mischten sich schon immer ungern unter Leute. Weiterlesen

Dialektik des Schenkens zwischen Mutter und Tochter

Mit Moongirls Kleinen zog ich durch die Gassen von Besançon, ein Geburtstagsgeschenk für die Mutter zu kaufen. Weiterlesen

Neue Andacht

Beten ist Privatsache. In der Öffentlichkeit sieht man Betende höchstens verkrümelt in der Ecke einer Kirche. Bei Anstieg der Fallzahlen in der Corona-Krise verbreitete sich hingegen in Kaufläden eine kirchliche Stimmung. Überhaupt bringt die Modernisierung Momente einer neuen Andacht, die sogar unfreiwillig auf sich genommen wird. Weiterlesen

Schlüpfrige Blicke 2

Der erste Blick ist unschuldig. Daran halte ich fest. Und mir fallen noch weitere Köstlichkeiten dazu ein. Es heisst immer, Lehrkräfte seien besonders ausgestellt. Mag sein. Was wir hingegen mitbekommen, kann man die Intimität einer Schulklasse nennen. Das gibt es tatsächlich. Gerade, wenn es um Blicke geht. Weiterlesen

Wenn Menschen verholzen

Einsamkeit ist widernatürlich für Menschen. Es sei denn, man wählt sie nach Jahren voller Verstrickung mit anderen. Weiterlesen

Die Familie als Debattierclub

Machnmal wünscht man sich Verhältnisse zurück, die für überholt gelten. In Ehe und Familie waren die Rollen festgelegt. Nun wird alles ausdebattiert. Bis die Köpfe rauchen. Bis die Herzen müde sind. Nostalgie hilft wenig. Man muss den Vorteil dieser Debattiererei in Betracht ziehen.
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Schwule Natur

Die Empörung darf sich legen: Homosexualität ist natürlich. Solche Fälle kommen überall vor, aber das kann auf blossem Zufall beruhen. Wichtiger ist, dass schwuler Sex eine natürliche Aufgabe hat. Weiterlesen „Schwule Natur“

Berlin bei Regen

Ein Jammerbild: Berlin Mitte, im Regen und bei Nacht. Eine Gruppe Schüler quält sich vor mir her. Weiterlesen

Sich selbst der Nächste

Egoismus ist etwas Schlechtes. Darüber besteht Einigkeit. Dabei wäre zu bedenken, dass uns das Leben eine gewisse Selbstsorge auferlegt. Die erträgliche Leichtigkeit, mit der Egoismus im Rundumschlag gebrandmarkt wird, ist daher ihrerseits zu verurteilen, finde ich.

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Die Geschichte vom Seehas

In Konstanz gab es über Jahre zur Schweizer Grenze hin eine Brache mit Schilf und Teichen und einer verruchten Gaststätte namens Seehas. Weiterlesen

Neues vom alten Schnitter

Todesvertrauen. Wie soll das gehen, Vertrauen in den Tod? Das klingt übermenschlich. Gäbe es einen Weg dahin, hätte ihn die Menschheit längst gefunden. Nun gibt es aber Neues zum Tod, ermittelt durch Wissenschaft. Wenn man es zur Kenntnis nimmt, könnte sich so etwas wie ein Todesvertrauen zumindest abzeichnen.

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Judaskuss

Der Judaskuss sollte erneuert werden. Allerdings in abgewandelter Form: Nämlich indem wir Judas küssen. Weiterlesen

Ein Mittel gegen Reue

Im Alter kommt es öfter vor, dass man Dinge von früher bereut und Reue um Reue dauerhaft wiederkäut. Hader quält diese Menschen. Mit ihnen lebt es sich unbequem. Für sie gibt es nur ein Mittel: Sie sollten sich, sofern sie Fehlentscheide bereuen, eine negative Illusion zurechtlegen und daran festhalten. Weiterlesen

Besuch eines Sterbenden

Flau war es mir im Magen, als ich den Sterbenden besuchte. Ich sah Verfall und Licht. Weiterlesen

Sicherheitswesen Mensch

Das Einfamilienhaus, in dem wir leben, bietet bestmögliche Sicherheit. Aber die Kinder ängstigen sich darin, wenn sie alleine sind. Weiterlesen

Ein Hauch von Schwarm

Eine Handvoll Stare rauscht über ein gerodetes Feld. Schwalben bevölkern eine Linde, bevor sie nach Süden aufbrechen. Vielleicht spielt das Schwarmverhalten auch unter uns Menschen eine Rolle. Mag sein, dass wir das beleidigend fänden, aber es würde Einiges erhellen. Weiterlesen

Die Armee und das Mädchen

Eine junge Frau erzählt bei einer Party, sie wolle ins Militär. Das zieht lebhafte Gespräche nach sich. Während einige den Kopf schütteln, wird sie alsbald von zwei Typen flankiert, die ihr reizvolle Seiten des Militärs darlegen. Erfahrungen, Überlegungen, die wenig geläufig sind. Weiterlesen

Kinder und Empirie

Vor Jahren geriet ich auf dem Heimweg in eine Schar Kinder. Weiterlesen

Leuchtkäfer im Waldfriedhof

Nun fliegen sie wieder, die Glühwürmchen oder Leuchtkäfer. Besucher durchkämmen in Massen den Ort. Ihre Freude liegt auf der Hand, aber wie immer beruht sie auf einem beschränkten Verständnis von Natur. Weiterlesen

Der Blick in die Sonne

Es gibt Momente, da würde ich gerne in die Sonne schauen können. Mit dem Auge des Ikarus. Aber dieser Blick ist uns verwehrt. Eine natürliche Empfindlichkeit hält uns davon ab. Sie könnte helfen, überhaupt Feinsinnige zu verstehen, für die auch Reize wie Strassenlärm unerträglich sind. Weiterlesen

Reissverschlusssache

Die Jacke ist neu, aber der Reissverschluss ist verkehrt eingenäht. Der Bügel ist rechts zu bedienen statt links wie seit Kindheit gewohnt. Das Ärgernis könnte sich als Glücksfall erweisen. Weiterlesen

Wo Menschen sind. Ein Berlin-Blog

Freitag vor Pfingsten. Berlin kocht über: Feiertagsgäste in Massen, gestiegene Mieten, dazu Sonne. Weiterlesen

Hervorgehobener Beitrag

Der Lügner als tragische Figur

Bei Lügen gilt auch heute kein Pardon. Dabei wären Lügner eigentlich zu bemitleiden, aber nicht der Strafe wegen, die sie erleiden, wie etwa Ächtung im Alltag. Weiterlesen

Chinesen im Zug

Berner Oberland. Im Zug sind nur wenige Plätze frei. Weiterlesen

Hohle Phrasen

Wenn man Geburtstag hat, erhält man Grüsse von Versicherungen, Hotels, Grossverteilern und der Bank deines Misstrauens. In der Regel pfeifen wir auf solche Glückwünsche. Das gilt aber nicht für alle.
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Toter Rasen

Wöchentliche Rasenpflege ist in Wohnsiedlungen Pflicht. Die Rasen mögen dann an flauschige Spannteppiche erinnern, in der Dürre vergangenen Sommers gingen sie jämmerlich ein. Weiterlesen

Schöne künstliche Welt

Neulich las ich von «unserem Minarettverbot». Das klingt wie «unser Matterhorn». Wie kann man auf ein Verbot stolz sein? Ein Verbot ist roh und banal. Es hat wenig Kultur. Eine hirnlose Automatik. Wer Verbote dieser Art befürwortet, dem fehlt es an Selbstgewissheit. Weiterlesen

Vermutung zum Rechtspopulismus

Was den Rechtspopulismus angeht, hege ich einen Verdacht. Weiterlesen

Tratsch und Klatsch. Eine Umwertung

Der besondere Reiz, über die Dinge nachzudenken, besteht für mich darin, dass sie sich umdeuten und umwerten lassen. Das entzückt mich immer wieder. So eröffnen sich Horizonte aus dem Lehnstuhl heraus. Zum Beispiel Umdeutung und Umwertung von Tratsch und Klatsch. Weiterlesen

Metaphysik des Sex

Metaphysik fragt nach dem Sinn von allem, was ist. Das All jedoch zeigt genauso viel Sinn wie aufgewirbelter Staub. Weiterlesen

Warschauer Strasse

Die Stationen der Warschauer Strasse bedienen die Berliner Stadtteile Nordkreuzberg und Friedrichshain. Bis vor Kurzem prägte eine wunderbare Weltstimmung diesen Ort. Nun wird auch dort gentrifiziert. Weiterlesen

Klein Afrika

Wenn ich in Städten ausgetrampelte Abkürzungen antreffe, fotografiere ich sie sofort. Auf Parkplätzen, im Aufmarschgebiet rund um Brücken oder Warenhäusern, überall, wo man Passanten zu Fuss mit Schildern und Schranken so leitet, dass Ordnung und Sicherheit gewährleistet sind. Nun habe ich schon eine kleine Sammlung beisammen. Weiterlesen

Tücken einer Freundschaft

Wie wird die Altersvorsorge garantiert? Umverteilung? Auf dem Markt trickreich platzierte Wertschriften? Beides ist umstritten. Versicherer werben für Letzteres, der hohen Gewinnbeteiligung wegen. Sie runzeln die Stirn, wenn sie meine Meinung hören. Doch ich bestehe darauf: Die beste Altersvorsorge sind Freundschaften. Aber sie benötigen einen pfleglichen Umgang. Über Jahre.
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Ein Gedanke zu Reality-Shows

Es gibt Fernsehkanäle, die von einer Handvoll Sendungen leben. Allesamt Realityshows. Wir hungern nach dem echten Leben. Bekommen wir es tatsächlich zu sehen? Weiterlesen

Der immer gleiche Mensch

Wie will man einem Heranwachsenden die Nutzung des Smartfons beschränken, wenn er täglich Passanten zuhauf damit beschäftigt sieht? Zürich, Seoul, New York: Überall das gleiche Bild. Die Sorge, unter uns grassiere Willensschwäche, greift zu kurz. Für unsere Faszination am Bildschirm kennt die Wissenschaft ungeahnte Gründe. Weiterlesen

Nachdenken über Sucht

Süchtige lassen sich leicht aburteilen. Allzuleicht, meine ich. Weiterlesen

Hälfte der Wahrheit

Moongirls Kleine klingelt an der Nachbarstür, wo zwei ihrer Kameradinnen den freien Nachmittag verbringen. Sie bittet mitspielen zu dürfen. Weiterlesen

Hitlers Herz

Seit einiger Zeit lese ich in Hitlers «Mein Kampf». Der Inhalt ist bekannt. Nebenbei erhält man Einblick in das Innerste dieses Menschen. In sein Herz. Weiterlesen

Gastfreundschaft mit Biss. Zum Appenzeller Geheimnis

Die Weiden leuchten. Ihre Ränder sind geschoren, als wären Friseure am Werk gewesen. Kühe ruhen wie Schiffe in einem Meer von Licht. Sie malmen vor sich hin. Selbst die Zäune wirken frisch. Die zahllosen Durchgänge sind für uns Wanderer artig instandgehalten. Ein ausgereiftes Landleben, das Touristen aus aller Welt in Erstaunen versetzt. Genauso gut kann es einen das Fürchten lehren, wenn ein ganzes Volk eine derartige Perfektion ableistet. Das geht nicht ohne sozialen Druck, nicht ohne Selbstkontrolle, die ängstlich vorsorgt. Weiterlesen

Schwäne am Ufer. Slamversion

Hochsommer am See. Weiterlesen

Schwäne am Ufer

Hochsommer in einer Stadt am See. Die Gestade sind dicht bevölkert von Passanten. Ganze Verwandtschaften flanieren die Ufer ab. Und alle werfen sie gepufftes Korn den Schwänen zu, die in Massen herangleiten. Weiterlesen

Der Mensch und sein Freitod

Im Rahmen ihres Workshops erklärte eine medial begabte Person, dass Menschen, die sich selbst das Leben nehmen, in einem trüben Zwischenreich hängen blieben. Diese Aussage fand ich völlig unpassend im Vergleich zu dem, was das Medium sonst zu Leben und Tod preisgab. Hört denn diese Angstmacherei nie auf, dachte ich bei mir. Weiterlesen

Der Herr Gemeinderat

Darf ich vorstellen? Rolf B, Gewerbler, Arbeitgeber, Freisinniger, Mitglied im Serviceclub, Gemeinderat in der dritten Legislatur, neuerdings mit Parlamentsvorsitz. Weiterlesen

Nachdenken über das Lügen

Wenn gelogen wird, muss man sich einmischen, so Max Frisch in den kürzlich erschienenen Interviews. Interessant von ihm zu hören, der doch eine der bekanntesten Lügen in der Literatur geliefert hat: Nämlich die: „Ich bin nicht Stiller.“ Aber seine Haltung versteht sich doch von selbst. Für mich haftet ihr eine Biederkeit an, die eigentlich überholt wäre. Weiterlesen

Die Brüste der Niki de Saint Phalle

Die Künstlerin Niki de Saint Phalle hat ihre bunten und ausladenden Frauenfiguren mit Brüsten versehen, die deshalb auffallen, weil die linke Brust sich jeweils von der rechten in Farbe und Muster unterscheidet. Weiterlesen

Herzwäsche

Immer wieder zeigt man sich darüber bestürzt, dass verständige Menschen dauerhaft Mitglied einer Sekte werden. Weiterlesen

Poesie des Zufalls

Zu Mittag wasche ich Salat, als ich in einer Kurznachricht von meiner Mutter erfahre, sie lasse sich die Eierstöcke herausnehmen. Weiterlesen

Titten im Garten

Wir lagen im Garten Bardini und lachten. Vielleicht zu einem Picknick auf karierter Decke, mit einem Chianti aus der Korbflasche. Weiterlesen

Zwang zur Freude

Touristen sind nicht zu unterschätzen. Weiterlesen

In Sachen Liebe

In meinem Bücherregal sind kaum Autorinnen zu finden. Das muss ich zu meiner Scham bekennen. Weiterlesen

Schweizerkreuz

Verstehe den Populismus! Das wäre die Herausforderung. Ihn anprangern ist leicht. Weiterlesen

Beim Pfarrer

Im Netz wird auf einschlägigen Seiten das Gutmenschentum verspottet. Unter anderem gibt der Feminismus eine beliebte Zielscheibe ab. Was immer die Gründe dafür sind, die Zeit verstellt den Blick darauf, wie es gekommen ist, dass sich Frauen gewisse Dinge nicht mehr bieten lassen. Weiterlesen

Metagewohnheit

Gewohnheiten bieten Sicherheit. Und sie behindern zugleich: Das neue Office kann Immigrants zur Verzweiflung bringen. Wir sind gezwungen, eine Metagewohnheit auszubilden. Auf das Leben angewendet könnte sie sogar Frieden stiften. Weiterlesen

Selbstgespräch im 21. Jahrhundert

Zu meiner Zeit waren Selbstgespräche verpönt. Das sind sie wohl heute noch. Aber sie fallen nicht mehr auf. Weiterlesen

Vom Versagen hoher Ideale

schuelermappenSchülermappen waren schon immer Kunstwerke.

Die abnormale Frau Stein

Trotz ihres hohen Alters war sie per Anhalter unterwegs. Mit wilden weissen Haaren und voller Einkaufstasche. Wir nahmen sie mit. Es brauchte einige Zeit, bis die Gurte festsass. Zu Hause zeigte sie uns ihr Anwesen am See. Weiterlesen

Metaphysik im Vollbad

Selten gönne ich mir ein Vollbad. Ich mag es nicht, wenn die Knie aus dem Wasser ragen und, äh, der Bauch. Aber immer lasse ich mich für eine gewisse Zeit ganz unter Wasser gleiten. Dann lausche ich meinem Herzschlag. Weiterlesen

Hirschmann. Ein Monolog

‘Wir armen Reichen! Weiterlesen

Görlitzer Park – Fortsetzung

Nur zu gern hätte ich mit Mambò oder Mangò ein Gespräch geführt. Beim Spazieren durch den Park male ich mir aus, was wir hätten bereden können. Weiterlesen

Sucht! Eine Umdeutung

Du bist süchtig! Bin ich süchtig? Das Urteil ist rasch zur Hand. Und es teilt hart aus. Wir zücken es wie Küchenmesser. Fachleute hingegen zögern lange damit. Denn Sucht meint auch Unmündigkeit. Das müssen wir umdeuten, sofern wir einen radikalen Humanismus wollen. Weiterlesen

Weltlust

Schauplatz Gaststätte: Eine Familie hantiert mit Speisekarten. Das Mädchen weiss schon, was es will. Weiterlesen

Ich-Tode

Eigenarten verändern sich unmerklich. Die Schweizer nahmen irgendwann ihre viehische Brutalität zurück. Die Polen, bekannt dafür, dass sie sich in ihrem Leid suhlen, taumelten früher von einem rauschenden Fest zum anderen. Weiterlesen

Spiders

Menschen im öffentlichen Verkehr: Ich sehe jemand ganz fein dirigieren. Eine Frau mit Tablet flüstert vor sich hin. Ich lausche, ohne etwas zu verstehen. Aber das ist auch unwesentlich. Ihr Lispeln entzückt mich an sich. Weiterlesen

Quakende Schuhe

Universität Konstanz, Exzellenz und Asbest. Die Bibliothek, wo ich vor Jahren zugange gewesen war, öffnete jüngst wieder ihre Tore. Vom Strande kam ich mit Gummilatschen und beschloss, einen Abstecher dahin einzulegen. Niemals hätte ich mir ausmalen können, dass ich den Ort schamerfüllt wieder verlassen würde. Weiterlesen

Begegnung mit einem Schizophrenen

Auf Höhe Scherzingen, wo zur Seeseite die psychiatrische Klinik angesiedelt ist, stieg ein Passant zu, der sittengerecht nachfragte, ob mir gegenüber Platz frei wäre. Weiterlesen

Nase im Quark

Beachtlich, wie wir uns Mühe geben, dass wir vor der Neugierde anderer geschützt sind. Ihre Unart gilt für kindisch. Dabei übersehen wir, dass Neugierde eine natürliche Aufgabe hat.
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