Suche

BLOX

Mensch und Natur im Kosmos

Schlagwort

Bildung

Joker. Ein Fall für Lehrkräfte – Leben und Lieben 6

Dank Corona bin ich in die peinliche Lage geraten, dass ich mir Filme wie «Joker» zu Gemüte führe. Nun ist zu hoffen, dass die gegenwärtige Häuslichkeit keine Jokers hervorbringt. Die Figur ist mir aus den Schulklassen, die ich unterrichtete, bestens vertraut. Zumindest, was ihr Auffallen angeht. Weiterlesen

Idealismus in der Erziehung

Unter Erziehern sind Idealisten verbreitet. Man könnte sie Fundis nennen. Ich sehe mich hingegen als Realo. In aller Bescheidenheit. Für den pädagogischen Idealismus fehlt mir wohl sehr oft die nötige Einbildungskraft.

Wenn ich zum Beispiel den Termin zur Abgabe einer Hausarbeit anordne, fällt es mir schwer, so zu tun, als handelte es sich um einen Kundentermin oder um etwas, das dem an Ernsthaftigkeit vergleichbar wäre, eine behördliche Sitzung oder der Meilenstein einer Projektarbeit, wo es bei Fehlern zu Verzögerungen käme, die ins Geld gingen. Also halte ich es für eine Form von Idealismus, wenn man die Schüler dazu auffordert, sie sollten den Auftrag so wahrnehmen, als handelte es sich um einen Kundentermin. Der Vergleich hinkt beträchtlich, denn ein enttäuschter Kunde wendet sich ab und sucht ein anderes Angebot. Es kommt also zu einem wirtschaftlichen Schaden. Das macht die Ernsthaftigkeit der Sache aus. Bei versäumter Abgabe einer Hausarbeit droht kein solches Ungemach, man mag es sich noch so sehr einreden.

Dann wird das eben einfach geübt. Wie beim Sport, der allem Möglichen zum Vorbild dient. Athleten trainieren für den Wettkampf, das Training selbst ist keiner. Es hat eine eigene Wirklichkeit. Im Sport klaffen Übung und Ernstfall klarer auseinander als andernorts.

Vor Jahren war ich Mitglied einer Milizfeuerwehr. Man liess sich Zeit, die Fertigkeiten zu üben: Stricke knoten, Schlauch verlegen, Erste Hilfe leisten. Immerhin winkten Bratwurst und Bier. An die Abläufe wurden indes höchste Ansprüche gestellt. Die Offiziere griffen ein, verbesserten, belehrten, stoppten die Zeit. In jenen Jahren durfte ich einen Ernstfall mitmachen. Eine Scheune brannte, das Wohnhaus war zu retten. Es herrschte ein völliges Durcheinander, man riss sich Werkzeuge aus der Hand, Befehle schwirrten herum, tausend Hände griffen überall zu, wie es gerade nötig war.

Am Ende war das Ziel erreicht, der Brand gelöscht, das Haus gesichert. Der Idealismus der Offiziere wirkt nachträglich wie etwas Überflüssiges.

Eine Mutter kauft eine Dörrmaschine und wünscht von ihrem Sohn, er möge ihr dabei zur Hand gehen. Es ist ihr ein Anliegen, dass er etwas Sinnvolles tut. Misslaunig schichtet er Schnitze von Pflaumen und Aprikosen in die siebartigen Lagen. Die Mutter stellt ihn zur Rede, woraufhin er meint, man könne das ganze Jahr über Obst kaufen. Tatsächlich gibt es weder Holz zu hacken für den Winter, noch Kartoffeln zu stecken. Der Junge erachtet das Projekt seiner Mutter als Liebhaberei, während sie ihm den erzieherischen Nutzen davon einschärft. Nun weiss der Junge um die Inszenierung seiner Nützlichkeit. Wenigstens soll er staubsaugen, allerdings handhabt er das Kabel derart ungeschickt, dass die Mutter sich zur Schilderung genötigt sieht, wie sie früher mit Kehrbesen und Schaufel hantierten.

Der pädagogische Idealismus wuchert, sobald wenig Druck herrscht. Im Ernstfall lässt er Federn. Da stellt sich die Frage: Was ist die Schule als Ernstfall? Wettkampf oder Training? Hier steht Idealismus gegen Realismus. Nicht zuletzt bekenne ich mich aus Selbstschutz zum pädagogischen Realismus:

Denn häufig sind es die Idealisten, die ausgebrannt den Schuldienst quittieren.

Schwule Natur

Die Empörung darf sich legen: Homosexualität ist natürlich. Solche Fälle kommen überall vor, aber das kann auf blossem Zufall beruhen. Wichtiger ist, dass schwuler Sex eine natürliche Aufgabe hat. Weiterlesen „Schwule Natur“

Zwiebelintelligenz statt Multitasking

Konzentration hat abgenommen, heisst es. Die Sorge, wir würden zu stark abgelenkt, ist berechtigt, die Mühe für mehr Konzentration wohl vergeblich.
Weiterlesen

Philharmonie Berlin

Der Besuch eines klassischen Konzerts soll bilden. Dabei ist er von üblichen Stressmomenten durchzogen: Weiterlesen

Quakende Schuhe

Universität Konstanz, Exzellenz und Asbest. Die Bibliothek, wo ich vor Jahren zugange gewesen war, öffnete jüngst wieder ihre Tore. Vom Strande kam ich mit Gummilatschen und beschloss, einen Abstecher dahin einzulegen. Niemals hätte ich mir ausmalen können, dass ich den Ort schamerfüllt wieder verlassen würde. Weiterlesen

Selbstkritik. Eine schwierige Tugend

Selbstkritik ist in ihrem Anspruch eigentlich nicht einlösbar. Denn Kritik überhaupt setzt voraus, dass ich mich vom Sachverhalt unterscheide, den ich beurteile. Ich darf nicht darin verwickelt sein. Niemand aber tritt aus sich selbst heraus. Oder nur unter wenig alltäglichen Umständen. Weiterlesen

Improvisation über das Toni-Areal

Städtischer geht’s nicht: Eine Unterbrückenwelt, mit hunderten geparkter Fahrräder. Wolkenkratzer vom Typ Winzling. West-Park in der Nachbarschaft sowie Techno-Park, mit Anlieferungen namens Darwin oder Edison. Weiterlesen

V und V

Ob ich schon Ideen für die V-und-V-Sonderwoche ausgearbeitet hätte, werde ich von der Schulleitung gefragt. Wie immer professionell früh sollte die Sache auf dem Tisch liegen. Weiterlesen

Powered by WordPress.com. von Anders Noren.

Nach oben ↑