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Mensch und Natur im Kosmos

Verfasser

pobry

Grundsätzlich bewegt mich (männlich / 1969 / CH / Geschichte und Philosophie in Zürich und Konstanz) die Vermutung, wonach alle Kultur Natur ist. Die Schlussfolgerungen daraus reizen mich philosophisch, vermehrt auch politisch. Als kontemplierender Lebemensch sind mir die Künste ein Anliegen, Wissenschaften und Technologien aber nicht minder. Mir gefällt die Vorstellung von der Schichtung der Welt: Erdkruste, Evolution, Geschichte, Generationen, Bewusstsein, Kosmos. Und ich geniesse es, die Schichtungen zeitlich, wie sinnlich zu erfahren, ich bewege mich darin gedanklich wie körperlich. Dieses Vergnügen kann ich nicht erklären. Offenbar trägt mich eine ungewisse Gewissheit in das Leben als kosmischer Tatsache. Meine Fotos sind wohl überbearbeitet, das liegt daran, dass mich in erster Linie das gemalte Bild interessiert. Kommentare sind erwünscht, ich mag Gespräche führen, vielleicht das sogar am liebsten. Pobry, 2-9-15

In Verteidigung Red Bull

Es kommt vor, dass gewisse Dinge, die uns zusetzen, einfach nicht aus dieser Welt zu schaffen sind. Zum Beispiel Red Bull, das als Unternehmen unbeliebt ist. Bei allem Verständnis für unseren Ärger wäre dieser Wunsch, nämlich dass etwas verschwindet, in seiner Art eigentlich faschistisch: Am besten so lange draufhauen, bis es zu Nichts verpufft. Wenn man diesen verfemten Sachverhalt jedoch aus der Einheit des Lebens begreift, klärt sich manches an ihm, das unsere Ansicht verändern könnte. Hier eine erste  Fingerübung. Am Beispiel Red Bull:

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Einheit des Lebens

Zwischen Religion und Wissenschaft besteht eine Kluft, die nicht sein muss, wenn man beides als Gangarten des Lebens erachtet. Weiterlesen

An Robert Walsers Grab

Friedhof Herisau: Ich stecke meinen Schreiber in Robert Walsers Grab, genauso wie bei Camus in Lourmarin oder bei Joyce in Zürich, auf dass mein Schreiben Unterstützung finde. Weiterlesen

Der letzte Kick. Schweizer Fussball

Die Schweizer Fussballer schaffen es kaum über einen Achtelfinal hinaus. Ich meine, aus dem gleichen Grund, der auch dazu führt, dass wir die Nationalhymne nur verhalten anstimmen, im Gegensatz etwa zu den Italienern vorgestern in Rom. Dieses scheue Selbstbewusstsein macht historisch Sinn. Auch heute.

In den 90ern besiegten die Schweizer Rumänien mit 4:1 in der Vorrunde einer Weltmeisterschaft. Die Begeisterung, die damals aufkam, erschien mir kindlich, völlig ausser sich, ohne mentale Reserven, die für eine Weltmeisterschaft bis zum Schluss und darüber hinaus unabdingbar wäre. Als stellten wir uns die Frage:

Dürfen wir das überhaupt?

Zur Zeit sind wir als Rosinenpicker in Verruf geraten. Die Pandemie durchläuft die Schweiz glimpflicher im Vergleich etwa zu Indien oder Brasilien. Wir bilden eine Nation, eigentlich ein Flickwerk sondergleichen, das seit Jahrhunderten keinen Krieg kennt. Ähnlich wie Japaner leben wir kleinräumig in hoher Dichte. Da gilt Rücksicht aus Vorsicht. Man könnte sich mehrmals über den Weg laufen. Ein imperiales Gehabe verbietet sich grundsätzlich. Dabei liegt es an diesem finalen Willen zum Sieg, der den Ball immer wieder ins Tor bringt. Dazu kommt, dass die Schweiz als Teich, um Fussballtalente zu fischen, zu klein und zu seicht ist.

Früher war das nicht anders. Seit je sind Schweizer darum besorgt, dass sie umliegende Grossmächte nicht gegen sich aufbringen: Frankreich, das nachmalige Deutsche Reich, später die USA und die Sowjetunion. Die Schweizer genossen damals einen völlig anderen Ruf: Die Söldner im Dienst Frankreichs oder des Reichs waren als Vergewaltiger berüchtigt, die immer wieder vor Heimweh weinten. In Marignano suchten Quacksalber auf dem Schlachtfeld nach toten Schweizern, denen sie etwas Fett entnahmen. Dieses Fett verarbeiteten sie zu einem Aphrodisiakum unter dem Namen „Schweizerspeck“.

Es waren italienische Quaksalber.

Grund genug also, mehr Zurückhaltung zu üben, wenn man will, dass die Grossmächte dem kleinen Volksgemisch gewogen sind. Diese Eigenart wird nun seit Jahrhunderten gepflegt. Sie lässt sich auch dann schwerlich ablegen, wenn nur ein Ball am Fuss ist. Die USA zum Beispiel führen Wirtschaftskriege. Aus ihrer Vormachtstellung heraus brauchen sie nur den Knopf zu drücken, und die Schweiz gibt jüdische Vermögen frei oder verwässert ihr Bankgeheimnis. Eine Einrichtung, die immerhin auf einem Volksentscheid beruht.

In der nationalen Fussballmannschaft spielen jedoch Abkömmlinge von Immigranten in den vordersten Reihen. Wie können auch sie dieser Hemmung unterliegen? Als Antwort liesse sich darin ein Beleg ihrer Anpassung sehen. Das Resultat einer Leistung, die von ihnen unmissverständlich gefordert wurde.

Mit feiger Kleinbürgerlichkeit hat dieser Bann allerdings wenig zu tun. Im Gegenteil ist sie sachlich zwingend. Auch wenn es Kleinstaaten gibt, die einst Weltpolitik betrieben, wie etwa die Niederlande, so fehlt der Schweiz die Einheit, die dazu nötig wäre. Und wo keine Einheit besteht, da lässt sich spielend von aussen hineinzündeln, damit das seltsame Gefüge brüchig wird, das vormals Genossenschaft hiess. Jede Kultur, die zur Schweizer Vielfalt zählt, hat einen grossen Bruder im Ausland, bei dem sich notfalls Schutz suchen lässt, abzüglich der Rätoromanen. Daher sind wir in der Schweiz auf Kompromisse bedacht, wo immer sie anstehen. Auch wird peinlich darauf geachtet, dass Minderheiten sich nicht vor den Kopf gestossen fühlen. Und das tun wir nicht aus dieser Eigenart heraus, sondern weil die Verfassung es so verlangt. Ein Regelwerk, bei dem sogar Punkt und Komma per Volksentscheid festgelegt sind.

Auch wenn es fürchterlich altmodisch klingt, so sind wir eben doch eine Willensnation. Nichts passt zusammen, ausser die Absicht, dass wir zusammen gehören. Die Schweiz verhält sich nie neutral, redet aber andauernd davon. Neutralität ist eben eine der wenigen Gemeinsamkeiten, die uns allen möglich sind.

Bei aller Vielfalt gilt Rücksichtnahme überall. Wie will man so Weltturniere gewinnen?

Ai Weiwei und China

Kunst hat politisch zu sein. Dieses Dogma gilt unumstösslich seit dem 1. Weltkrieg. Ai Weiwei kritisiert China mit seiner Kunst. Dem habe ich nur schon deshalb mit Achtung zu begegnen, da ich auf keinen Fall ohne Grundrechte leben könnte. Dennoch bemühe ich mich um ein Verständnis dieses Volksgiganten. Hierarchien, die von oben nach unten befehlen, halten wir für überholt. Dennoch tauchen sie immer wieder auf. Wie stellen wir uns dazu? Weiterlesen

Glotzers

Ältere Semester stören sich daran, wenn Leute auf ihre Händys starren. Sie äffen sie nach, mimen Schwachsinn. Mit mindestens einem historischen Vergleich lässt sich ihre Empörung ruhigstellen. Weiterlesen

Ein Koloss. Zum Dürrenmatt-Jubiläum

Seit Jahren lese ich Dürrenmatt. Jetzt erst hat sich mir erschlossen, wie radikal er ist. Sein Werk spendet sofortige Entlastung von planetarischer Schwere.
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In Freude baden

Corona hat eine neue Art von Tourismus hervorgebracht. Weiterlesen

Eine Hörnchenspitze im Kaffee

Vergessen hat eine produktive Aufgabe. Nicht nur, was das persönliche Gehirn anbetrifft. Weiterlesen

Der Moment aller Heilung – über „Freud“ die Serie

Die Serie «Freud» erntet mittelmässige Kritiken. Für mich ist sie ein Leckerbissen. Weiterlesen

Abermals das Leben

Nun habe ich sozusagen alle Naturdokumentationen von David Attenborough durchstudiert, wenn nicht durchbuchstabiert, gewisse Folgen gleich mehrfach. Der Erkenntnisgewinn übersteigt bei Weitem manche Philosophielektüre. Weiterlesen

Umgang mit Tätern

 

Schöner, wahrer Himmel, schau, wie ich mich verändere.

Alain Badiou

Nun soll sich auch Michel Foucault pädophiler Übergriffe schuldig gemacht haben. Ein Gigant modernen Denkens. Die Gerüchte halten sich bislang unbestätigt. Soll ich jetzt sein Werk mit anderen Augen sehen? Etwa wie all jene, die Woody Allens Filme auf einmal nur noch schal finden, trotz seiner Freisprüche punkto mutmasslicher Übergriffe auf ein Pflegekind. Angenommen, die beiden Herren wären überführt, wie hätten wir mit ihren Werken zu verfahren? Ich meine, es bestände kein Grund, sie zu verwerfen.
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In Wellen

Auch unsere Zeit kennt Tabus. Unter anderem den Nervenzusammenbruch. Solche Vorkommnisse schotten wir peinlichst berührt gegen Andere ab. Ingmar Bergman liefert eine Handreiche, wie man diese Angelegenheit so begreifen kann, dass sie in ihrer Blösse als völlig natürlich erscheint.

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Nutzen und Nachteil des Karmaglaubens

 

Man stirbt hart, ist man der Überzeugung, mit diesem einen und einzigen Leben seien nun alle Chancen vertan. Der Höllenrachen steht offen, das Brett kippt, man wird unweigerlich hineingleiten. Beim Glauben an eine Wiedergeburt verhält sich das anders. Dazu gibt es weitere Vorteile. Und wenigstens einen Nachteil. Weiterlesen

Armer Trump

Ranghohe Republikaner fallen in Ungnade, wenn sie an Trump Kritik üben. Wie kommt es, dass eine altehrwürdige Partei ihre Grundsätze den Launen eines grossen Kindes unterordnet? Hier der Versuch einer Erklärung, der allerdings nur auf Vermutungen hinausläuft. Nach dieser Lesart müsste sich Trump empört von seiner Partei abwenden. Weiterlesen

Wie Menschen leiden

 

Wie leiden Menschen? Was für eine Frage! Tiere halten still, während sie Höllenschmerzen ausstehen. Was sie empfinden, wissen wir nicht. Zwar wirken sie in sich gekehrt, aber sie zeigen kein Verhalten, das uns Anlass gäbe, zu unterstellen, sie seien deshalb wütend oder verzweifelt und dem Irrsinn nahe wie wir, wenn wir chronische Belastungen ausstehen. Bei Menschen kommt zum blossen Schmerz noch Einiges dazu. Und das verändert ihn. Also den Schmerz.
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Individualismus in der Natur

Jede einzelne Lebensform verkörpert eine Eigenart, die von einer bestimmten Norm abweicht. Manche Leute meinen vielleicht, die Natur wäre ausserstande, ein uniformes Lebewesen mit der gleichen Fitness und den immer gleich ausgeprägten Eigenschaften hervorzubringen. So erklären sie den Individualismus in der Natur: Als ein Mangel an Genauigkeit in der Reproduktion. Sehr wahrscheinlich aber ist im natürlichen Individualismus, wie so oft bei Angelegenheiten des Lebens, eine klare Funktion zu sehen. Weiterlesen

Lebensberatung

Es liegt auf der Hand, dass wir in besonderen Fällen anwendungsbezogene Beratung suchen: Wie pflege ich naturgerecht meinen Garten? Wie backt man ohne Hefe? Wie aber steht es um Lebensberatung? Nicht erst seit der Pandemie häufen sich Angebote aller Art, die vorgeben, einen solch umfassenden Anspruch zu erfüllen. Zweifel sind da allemal angebracht.

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Rückmeldungsunkultur. Von der Inflation eines Anliegens

Gewisse Anliegen erleiden eine Entwertung, wenn man sie auf Biegen und Brechen in der Gesellschaft durchsetzt. Im Übereifer von Regulierung und Bürokratie werden sie ordnungsgemäss verschlissen. Das betrifft etwa das wichtige Anliegen, dass man Rückmeldungen abgibt und annimmt.
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Tiere und Rauschgift

Nun ist es öffentlich: Auch Tiere nehmen Rauschgift. Das verlangt uns eine Entscheidung ab, wie wir überhaupt Drogen bewerten. Die Überzeugung jedenfalls, die weise Natur wisse sich zu beschränken, während Menschen zu haltlosem Missbrauch neigen, dürfte damit erledigt sein.
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Echokammern

Unter uns herrscht ein beachtliches Getue ums Ich. Wer bin ich? Was ist der Sinn meines Lebens? Was  meine Berufung? Diese Sorge ergibt sich aus gesellschaftlicher Entlastung. Sie verdankt sich einem Wohlstand, den die Nachkriegszeit herangespült hat. Nun fragt man sich, wie lange diese Schönwetterlage wohl anhält. Das Gewese ums Ich jedenfalls tönt unbeirrt fort. Eine ganze Industrie von Beratung verschiedenster Ausrichtung nutzniesst davon beträchlich. Eine gewisse Bescheidenheit wäre in dieser Sache anzuraten. Aber das klingt schon sehr altbacken.

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An die Hölle glauben

Schüler fragten mich, ob ich an die Hölle glaube. Ich selbst war erstaunt darüber, wie eindeutig ich ihre Frage verneinte. Weiterlesen

Fuxägufer

Ein Skigebiet in den Alpen. Man verabredet sich zum Apéro am «Fuxägufer». Ein Sessellift mit Freiluftbar. Wie wir so dastehen, während ein Techno wummert, bin ich auf einmal ergriffen davon, wie drastisch die Welt der Bergleute von damals, die diesen Namen prägten, von unserer Gegenwart abweicht. Nur der Name ist geblieben. Er prangt in modischem Design über dem Eingang zum Lift.

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Chefsache

Zum Glück bin ich kein Chef-Typ. Denn Chefs sind zu bedauern. Sie schultern Verantwortung, verlieren Freunde und vereinsamen. Nun hat eine ETH-Studie überdies ermittelt, dass der Erfolg eines Unternehmens kaum von der Führungskunst seiner Chefs abhängt. Grund genug, den Bettel hinzuschmeissen. Und es kommt noch dicker.
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Transzendenz in der Kultur

Das Leben stösst in Möglichkeitsräume vor und besetzt sie vollständig. Bei Gefahr verlässt es die angestammte Sphäre unter Inkaufnahme völliger Unangepasstheit an die neue Umwelt. Diese Transzendenz spielt auch in der Kultur eine Rolle. David Attenborough liefert eine Formel dazu: Bei Menschen braucht es keine mühselige  Anpassung über Generationen hinweg. Es reicht eine Idee, sagt er. Ein Einfall, eine Ahnung. Weiterlesen

Medaillen und ihre Kehrseite

Eine Medaille hat zwei Seiten. Eine blank polierte und eine Kehrseite eben. Das hat sich als Sprichwort und Gemeinplatz durchgesetzt. Zur ganzen Wahrheit zählt auch, was verdrängt wird. Damit hat man sich zwar abgefunden. Selbstverständlich ist es aber heute noch nicht, dass scheinbare Wahrheiten Kehrseiten aufweisen, die ihren Glanz eintrüben.
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Kitsch in der Naturauffassung

Alles Natürliche ist gut, das Menschliche schlecht. Meistens zumindest. Diese Auffassung gilt vielen selbstverständlich. Dabei erzählt sie nur die halbe Wahrheit. Und das macht sie zum Kitsch.
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Milch und Blut. Zur Farbe Rosa

Ein Mädchen schäumt vor Wut wie sonst nie, als man die Kleine aus den rosafarbenen Plastikschuhen hebt, die nicht ihr gehören. Dieses Verhalten nehmen viele als Bestätigung dafür, dass Mädchen natürlicherweise auf Rosa ansprechen. Das ändert nichts daran, dass diese Farbe früher für Männer bestimmt war.

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Intime Freiheit

Die Vorstellung, wir seien als Einzelperson mit einer Freiheit ausgestattet, die irgendwie in uns wäre, ergibt keinen Sinn. Freiheit lässt sich nur politisch verstehen. Demnach spielt sie sich unter Menschen ab, jedoch nicht in ihnen.
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Transzendenz in der Natur

Bei Transzendenz geht es für uns zumeist um Tod und Jenseits. Allgemein wird eine Grenze überschritten. Mit oder ohne Wiederkehr. Der angestammte Bereich, in dem man eingenistet lebt, wird jedenfalls dramatisch entgrenzt. Die Natur ist voller solcher Vorgänge. Weiterlesen

Mensch masslos

Der Mensch kennt kein Mass. Im Gegensatz zur Natur. Diese Ansicht gilt selbstverständlich, eigentlich seit je. Höchste Zeit sie zu widerlegen. Weiterlesen

Spiritualismus im Schützenhaus

Unter Schützen finden sich gewiss keine  Spiritualisten. Meint man. Beim sonntäglichen Feldschiessen im Schützenhaus, das hierzulande einmal im Jahr pflichtgemäss abzuleisten ist, wird man eines Besseren belehrt. Weiterlesen

Im Bus

 

Alle am Handy. Hier wie auf der ganzen Welt. Der Tendenz nach, versteht sich. Also nicht wirklich alle, aber die meisten. Und nicht wirklich überall, aber beinahe. Weiterlesen

Die Mitte – ein Bekenntnis

Die neue «Mitte»-Partei soll kein griffiges Profil mehr haben. Für mich hingegen bietet sie erst nach dieser Umbenennung ein handfestes Bekenntnis.

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Kulturelle Vergesslichkeit

Die Klage darüber, dass unsere Gesellschaft Vieles vergessen hat, ist oft zu hören. Naturnahe Heilmethoden sind ein gängiges Beispiel dafür. Eine profitorientierte Arzneiindustrie liess das Wissen darum verkümmern. Diese Klage kommt mir doch etwas naiv vor.

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Das Böse in der Natur

Ich bin Nahrung. Ich bin Nahrungesser.
Upanishad (400 v.)

Das Problem des Bösen soll die grundlegende Frage des Geistesleben bleiben, so Tony Judt. Für die meisten steht fest: Das Böse tritt mit dem Menschen in die Welt. Ein weitschweifender Blick auf die übrige Natur, wie ihn neuste Dokumentationen vermitteln, lässt auch andere Vermutungen zu.

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Das grosse Fressen

 

Leben verzehrt Leben. Genauer: Intelligentes Leben verzehrt intelligentes Leben. Das betrifft Fleischesser genauso, wie Vegetarier und Veganer. Wer Mühe damit hat, soll mit Anstand verhungern. Oder man wird Frutarier. Oder man lässt sich darüber belehren, dass das grosse Fressen in der Natur noch einen anderen Zweck als den der Ernährung erfüllt.

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Ein unverhoffter Vorzug von Emotikons

Meine Mutter schätzt virtuelle Kontakte, jedoch lässt sie Smileys ungenutzt, die ansonst reichlich zum Einsatz kommen. Was ich letzthin über diese lustige Art sich auszudrücken, entdeckt habe, überzeugt sie gleichwohl kaum.
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Gegen ein Verbot der Verschleierung

Ob Verschleierung bei uns zulässig sein soll oder nicht, bedeutet das Scharmützel eines Konflikts, der tiefer geht und seit Jahrzehnten andauert. Die Widersacher in diesem Konflikt lauten Moderne gegen Tradition. Und der Kampf verläuft wie folgt: Wo der Westen sich durchsetzt, macht er Traditionen überflüssig. Dagegen wehren sich noch viele unter uns. Weiterlesen

Künstliche Intelligenz zum Letzten

Noch einmal über Künstliche Intelligenz schreiben, dann ist Schluss. Vielleicht. Meine vorläufig abschliessende These: Künstliche Intelligenz gibt es nicht. Weiterlesen

Vom Einatmen der Dinge. Über Zen

Wenn man im Netz Zen-Musik abruft, bekommt man den typischen gleichförmigen Sound geboten. Ein ozeanisches Gewoge, bei Räucherstäbchen und sanften Klangschalen. Schon nach wenigen Minuten komme ich mir vor wie ein Embryo. Das Ganze dient der Entspannung von Angehörigen einer Hochleistungsversorgungsgesellschaft. Die ursprünglichen Zen-Gesänge jedoch haben, so vermute ich, eine andere Aufgabe. Und diese geht wohl über blosse Entspannung hinaus.

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In der Werkstatt

Ein Schulfreund führte mich hin und wieder in die Werkstatt seiner erwachsenen Brüder. Dort offenbarte er mir ihre Geheimnisse.
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Mein Vater und das Vergessen

Mein Vater, ein Endachtziger, verkündete letzthin mit viel Begeisterung, die Wissenschaft habe neuste Befunde zum Vergessen öffentlich gemacht. Weiterlesen

Thunfisch aus der Dose

Seit Kurzem gerate ich ins Grübeln, wenn ich mit der Gabel eng gepressten Thunfisch aus der Büchse schabe. Mir wird bewusst, dass ich eine intelligente Lebensform verspeise. Vegetarier jubilieren jedoch verfrüht. Auch sie müssen umlernen.

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Zum Gedenktag der Shoa

Papst Franziskus besucht Ausschwitz. Zu Fuss und schweigend. Nach wie vor fehlt uns ein Verständnis für die Shoa. Eigentlich müsste der Papst auch deutsche Stuben und Schlafzimmer aus der Zeit unmittelbar vor der Hitlerei besuchen, denn das würde Einiges klären. Leider geht das nicht. Weiterlesen

Was wir vermissen werden

Sollte Corona irgendwann vorbei sein, werden wir wenigstens zwei Dinge vermissen. Etwas Lustiges, nämlich das wohlige Kratzen am Nasenbein nach Ablegen der Schutzmaske, aber auch etwas Ernstes.
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Neue Linke?

Trump werde ich vermissen. Seiner unverstellten Art wegen. Nun kehren die Demokraten zurück. Drüben gelten sie als Linke, denn sie befürworten mehr Umverteilung, mehr Zentralisierung. Die Linke also jubelt. Wie immer zu früh. Sie müsste umlernen, mahnt Slavoj Zizek. Dazu hätte ich einen bescheidenen Vorschlag zu machen. Zum Beispiel was den Umgang mit Anhängern eines Trump betrifft.

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Mein Augenarzt in Stalingrad

Noch nie ging es für mich jemals so richtig um die Wurst. Um Leben oder Tod schon gar nicht. Noch nicht. In Engpässe gedrängt, sagt man, wüchsen die Leute über sich selbst hinaus. Das ist mir bislang erspart geblieben. Leider. So stecke ich in meinem behäbigen Leben fest. Gewisse Fähigkeiten, die in mir schlummern, bleiben mir so unbekannt. Nicht so mein Augenarzt. Er hat Stalingrad überlebt. Als Soldat der Reichswehr. Weiterlesen

Anmerkung zur Conditio Humana

Es gibt eine Liste von Bedingungen oder Eigenschaften, die ein menschliches Leben ausmachen. Dazu gehören Sterblichkeit und das Wissen darum als Grundlage aller Ängste, die wir ausstehen. Schon hier wird die hohe Spannung klar, die sich aus der Liste schlussfolgern lässt. Diese Spannung prägt unser Leben. Verständnis dafür gibt es unter uns Menschen gleichwohl kaum.
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Im Liegestuhl

Vor Jahren machte ich eine verrückte Erfahrung. Wir räkelten uns in Liegestühlen geschmiegt auf der Dachterrasse. Wohlnormierte Gartenmöbel, von der Stange gekauft. Wie angegossen fühlten sie sich an. Mit der Zeit jedoch kippte meine  Behaglichkeit in Unwohlsein.
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Time Lounge Reloaded

Zürich, Hauptbahnhof. Vor Jahren befiel mich in der „Time Lounge“ die Idee zu einer Lebensphilosophie. Zufällig und skizzenhaft. Und wohl auch unbescheiden. Weiterlesen

Ziele

Zielsetzung geht über alles. Im Management, in der Freizeit, in Schule und Armee. Zu meiner Schande bekenne ich, dass ich mir noch nie in meinem Leben je ernsthaft ein Ziel gesetzt habe.
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Süchtige erneut

Der Volksmund ist psychoanalytisch geworden: Du verdrängst nur, heisst es. Du rationalisierst. Dies und das sind bloss Ersatzhandlungen. Freud wäre skeptisch. Wer Sucht als Ersatzhandlung abtut, übersieht, wie trickreich das Leben vorgeht. Dazu braucht es eine Sichtweise oder eine Lesart, die über Freud hinausgeht. Was keineswegs gegen ihn spricht.
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Süchtige

Süchtige gelten für selbstbezogen, für rücksichtslos. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Eigentlich nicht einmal das.

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Kain und Abel 20

Die Luft wird dünn. Vorwürfe und Unverständnis nehmen zu. Auch Hass kommt auf. Am Bahnhof vernahm ich übers Gleis hinweg, wie jemand, der in Sachen Corona die Regeln genau befolgte, seiner Wut über Kollegen Luft verschaffte, die die Sache weniger ernst nahmen. Nun sei er allein. Im Stich gelassen. Wohl in Quarantäne.

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Kairos für Boxer

Nun hat die Unsitte auch die Pausenplätze erreicht: Dass man nachtritt, wenn der Gegner schon auf dem Boden liegt. Über diese Verrohung schütteln wir den Kopf. So ergeht es jeder Generation, wenn sie ins Alter kommt. Boxer wie Muhammad Ali könnten in der Sache vorbildhaft wirken. Sie wissen, wann genug ist. Weiterlesen

Sex und Corona

Das Thema musste ja kommen. Die Krise lobt die Treuen, sofern sie auch zuvor ihr Bett teilten. Ansonst herrscht Notstand. Das Rotlicht sei ausgeknipst, heisst es lapidar. Andere treibt es um, wie sie auf eineinhalb Metern Abstand anbändlen möchten. Das hängt davon ab, wie weit das umbuhlte Gegenüber seinen Schutz aufzugeben bereit ist. Allerdings gibt es eine Gruppe, die von all dem ungerührt durch die Krise steuert, ohne treu zu sein. Ausser sich selbst.

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Von wegen manipulierbar

Immer wieder empört man sich über den Einfluss der Lügenpresse. Schlagwort Fakenews. Diese Branche manipuliere die Leute, heisst es. Wenn ich das höre, fühle ich mich jedes Mal beleidigt. Diese gängige Klage entmündigt mich als Leser.
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Blutig. Vom Verzehr allgemein

 

Der Streit zwischen Fleischessern und Gutmenschen, die nur Grünzeug kleinhacken, interessiert mich immer weniger. Stattdessen bin ich, wie so oft, nun auch hier, auf Umdeutung von Sachverhalten aus, die uns allzu selbstverständlich erscheinen.
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Einfach so

Wenn ich Grundschülern ein Verfahren zur Problemlösung erkläre, gibt es Kinder, die das Ganze begreifen, noch bevor ich zu Ende geredet habe. Das passiert einfach so. Weiterlesen

Norm als Verführung

Kinder schielen nach der Reaktion von Erwachsenen, wenn sie sich stossen. Sie überprüfen, für wie schlimm der Vorfall eingeschätzt wird. Erst dann wird geweint oder eben nicht. Auch wir Erwachsenen äugen nach Normen, damit wir unser Verhalten anpassen. Oder es rechtfertigen. Je nach Situation wirken sie auf uns sogar wie eine Verführung.

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Corona-Flüchtling

Dieses Frühjahr fuhr ich mit dem Backfiez über Land, den öffentlichen Verkehr zu meiden. Auf meiner Rückkehr von der Arbeit oberhalb Nussbaumen geriet ich in ein prachtvolles Abendrot.
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Anmerkung zu Gier

Gier gibt’s nicht. Nicht die bewusstlose Gier, die brünstig hortet und zusammenrafft. Diese Bestimmung von Gier, die ihrerseits eher bewusstlos scheint, verdeckt leider, wie gefährlich Gier bei Menschen wirklich ist.

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Anmerkung zu Schadenfreude

Schadenfreude gibt`s nicht. Wie bitte? Natürlich lachen die Leute über die Missgeschicke anderer. Das Netz wimmelt von Filmchen dieser Art. Die Freude aber hat nur zweitrangig mit dem Schaden zu tun. Und gewiss nicht damit, dass die Person erniedrigt wird, die ihn erleidet. Ausgenommen der Fall, dass der Schadenfrohe mit ihr eine Rechnung zu begleichen hat.

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Aufruf an Esoteriker

Ihr hättet uns viel zu sagen. Gerade in Zeiten dieser Krise. Freundlich, aber mit Nachdruck drängt ihr darauf, dass auch wir Dunkelsichtigen erwachen. Dass wir eure Aufrufe, Erläuterungen und Anweisungen teilen, die ihr täglich verschickt. Doch wir bleiben taub. Warum ist das so?

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Frauenbeschneidung. Eine Kehrseite

Die Weltoffenen unter uns begeistern sich für die Vielfalt an Kulturen. Sie betonen das Gemeinsame unter Menschen weltweit. Ihre Begeisterung verstummt jedoch abrupt, sobald es um Frauenbeschneidung geht. Da hört alle Gemeinsamkeit auf. Das ändert nichts daran, dass diese empfindliche Verstümmelung in einem Grundsatz verankert ist, der uns auch heute genauso am Herzen liegt.

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Bezos und das Virus

Sollte der Chef von Amazon Jeff Bezos den Gewinn, den er dank Corona eingefahren hat, gemeinnützig umverteilen? Ich meine Ja.

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Eine andere Politik

Darf ich Mohammed öffentlich verhöhnen? Ich meine: Nein. Allerdings nicht aus Angst, man könnte mir den Kopf abschneiden. Der Grund meiner Ablehnung liegt an einer aufgeklärten Politik, die auf die globalen Verhältnisse Rücksicht nimmt. Aber sie ist alles andere als gebräuchlich. Weiterlesen

Horrorszenario. Eine Abfindung

Bastl

Sollten die Befürchtungen der Gegner öffentlicher Verlautbarungen zu Corona sich als richtig entpuppen, würde eine ganze Weltgesellschaft von einer Elite versklavt, die darauf hingearbeitet hat, indem sie hochüberschüssige Privatvermögen dazu aufbrachte. Als Agnostiker und Versklavter müsste ich das dann so hinnehmen. Könnte ich das wirklich? Eigentlich nein. Schliesslich ginge es hier um ein Horrorszenario schlechthin. Allerdings gibt es eine Möglichkeit für eine Abfindung. Wenn auch eine, die man empörend finden dürfte. Weiterlesen „Horrorszenario. Eine Abfindung“

Falsche Lehre

Bastl

Von West bis Ost und zurück vernimmt man immer wieder die Klage, bestimmte Lehren oder Methoden würden verfälscht. Einmal mehr sind sie mühselig zu bereinigen. Diese Klage von der falschen Lehre halte ich für – falsch. Weiterlesen „Falsche Lehre“

Geheimniskrämerei und ihre Kehrseite

PLL

Nie hätte ich gedacht, dass ich mir eine Serie wie «Pretty Little Liars» antun würde. Moongirls Kleine war davon begeistert. Nach dem zeitgemässen Grundsatz, dass man Dinge mit Heranwachsenden teilt, kurvte ich mit ihr Folge für Folge durch die Problemlabyrinthe einer Handvoll junger Frauen. Mit der Kleinen Charaktere und Vorkommnisse zu beurteilen, macht Sinn für ein ganzes Leben. Erst spät sollte ich einen Gewinn davon abschöpfen, der ganz nach meinen Interessen massgeschneidert war. Weiterlesen „Geheimniskrämerei und ihre Kehrseite“

Bach. Ein Fall intimer Ökonomie

Bach

Johann Sebastian Bach wurde mir immer als frommer Mensch nahegebracht, der bar jeder Eitelkeit alles zu Ehre Gottes ausführte. «Soli Deo Gloria», so lautet seine Formel. Mir scheint, darin verbirgt sich auch eine Selbstdisziplinierung voller Angst. Weiterlesen „Bach. Ein Fall intimer Ökonomie“

Etwas und nicht nichts

Bastl2

Unsere friedfertige Wohlstandsgesellschaft wird von unmerklichen Fronten durchzogen: Zwei Familien sind verfeindet. Schöpfungsgläubige auf der einen, bekennende Atheisten auf der anderen Seite. Die Mädchen meiden sich, sonst lassen sie sich nichts anmerken. Schwierig, diesen Leuten beizubringen, dass sie im gleichen Boot sitzen. Weiterlesen „Etwas und nicht nichts“

Zur Versöhnung des Menschen mit sich selbst

Bastl

Oft und gerne verurteilen einzelne Menschen die ganze Menschheit. Ein kurzer Rundumschlag, wo immer man sich befindet, ein paar Worte, schon ist es getan. Irrläufer sind wir, Ausbeuter, Hörige des Bösen, eine Katastrophe der Evolution. Dieses Jammern ist täglich zu vernehmen. Ich finde, davon haben wir genug gehört. Zeit für eine Versöhnung des Menschen mit seiner Gattung. Weiterlesen „Zur Versöhnung des Menschen mit sich selbst“

Mann Frau Mensch

Bastl

Das Geschlecht ist uns angeboren. Das scheint sonnenklar. Ist es aber nicht. Seit Langem herrscht eine andere Meinung vor. Demnach wird uns das Geschlecht anerzogen. Kann es nicht beides sein? Einmal rutschte mir die Bemerkung heraus, Frauen seien stärker ins menschliche Leben inkarniert als Männer. Man fand diese Aussage schon etwas irritierend. Ich versuche mich zu erklären:

Weiterlesen „Mann Frau Mensch“

Dörfersterben

Bastl

Im Tessin sterben die Dörfer zum zweiten Mal. Zwar konnten die Rusticobesitzer aus der Nordschweiz oder sonst woher das erste Dorfsterben etwas wegschminken. Nun im Alter angekommen finden sie keine Abnehmer für ihren Besitz. Weiterlesen „Dörfersterben“

Vereinsleben

Bastl

Auch das Vereinsleben hat sein Sterben. Sonst wäre es keines. Eine geheime Trauer liegt über dem Land. Dieser Nebel jedoch dünnt aus, denn die Trauernden sterben weg. Weiterlesen „Vereinsleben“

Corona und Wahrheit

Bastl

Wer hat die Wahrheit über Corona? Dem Anspruch nach alle. Dumm nur, dass es nicht die gleiche Wahrheit ist. Ich für mein Teil sehe weder Erleuchtete, noch Erwachte. Schon gar keine Wissenden, sondern bloss Gläubige. Mich selbst eingeschlossen. Weiterlesen „Corona und Wahrheit“

Gangarten des Lebens

Es gibt keine Ausnahme: Jede Kultur verurteilt Selbstbezogenheit und befürwortet Rücksicht auf andere. Egoismus und Altruismus bilden einen Widerspruch, der vielen zu schaffen macht. Sie fühlen sich in eine schlechte Welt hineingeboren. Das muss nicht sein. Widersprüche lassen sich entkräften, indem man sie in Zusammenhänge stellt, die über unseren Alltag hinausgehen. Weiterlesen

Erlösung für Ungläubige

Erlösung

Religionen verheissen Erlösung. Ein Heiland bringt alles in Ordnung. Oder wir geniessen das Angesicht Gottes für immer. Oder wohliges Nichts. Für immer. Auf welche Erlösung aber dürfen Ungläubige hoffen, die sich zu keiner Religion bekennen? Weiterlesen

Kopfdusche. Über Actionfilme

Bastl

Endlich habe ich dem Drang nachgegeben, dass ich mir einen beliebigen Actionfilm anschaue. Besser zwei. Man ruft die Seite auf, die das ab der Stange feilbietet, und tippt irgendwohin. Das Ergebnis: Ich bin schlicht entzückt. Weiterlesen

Eine Kehrseite von Hass

Bastl

Neuerdings werden rote Linien gezogen. Das heisst, wer bestimmte Werte ablehnt, scheidet als Gesprächspartner aus. Diese Linien richten sich besonders gegen Faschisten. Ihr Hass gilt als Tabu für jeden weiteren Austausch. Für mich ist alles Menschliche Gesprächspartner. Daher setze ich mich für eine ungewohnte Lesart von Hass ein. Weiterlesen

Hundert Jahre

Bastl

Letzthin war ich zu einem Jubiläum eingeladen. Die Grosstante meiner Partnerin feierte ihren Hundersten. Mein Erscheinen sorgte für Unmut, da ich für diesen Anlass zu sommerlich gekleidet war. Erst später würde mir Genugtuung widerfahren. Weiterlesen

Ein Reflex namens Antisemitismus

Bastl

Seit Jahren wird erneut vor dem Antisemitismus gewarnt. Mit Nachdruck. Der Hass auf Juden ist ein Reflex, kein Denken. Er gehört zu den Kennzeichen der spättierischen Phase menschlichen Lebens, wo Impulse immer wieder sachliche Überlegungen durchkreuzen. Sicher aber ist er eine bequeme Einstellung. Kein Grund, deshalb gleich philosemitisch zu werden. Das Judentum lässt sich in einer Weise verstehen, die beide Pole hinfällig macht.
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Ein Mundschutz und drei Tennisbälle

Über drei Stunden Maske tragen im Zug, ohne Pause, das hatte ich zunächst unterschätzt. Bisher genoss ich Erlösung spätestens nach einer Viertelstunde. Diese Prüfung bestand ich erst nach einer kleinen Höllenfahrt. Um da herauszukommen, war viel Gedankenarbeit erforderlich. Weiterlesen

Erwachsene verstehen. Eine Handreiche für Kiz

Bastl

Erwachsene verändern sich. Wie alles. Eine Schulleiterin, die sich ungewöhnlich lange im Amt hält, meinte zu mir, seit wenigen Jahren seien Eltern kritischer geworden. Und zwar aus Unsicherheit, wie sie mutmasst. Ich horche auf. Denn diese Eltern sind genau so alt wie ich.
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Vor den Ferien

Bastl

Unter Menschen herrscht eine Art Gesetz des Ausgleichs: Die eigene Sache wird derart betont, dass die gegnerische Eigenart in Misskredit gerät. Jedenfalls geschieht das offenkundig bei Kindern. Zum Beispiel vor den Ferien. Weiterlesen

Mantra Meditation

Es sind viele Fronten, die unsere friedliche Wohlstandsgesellschaft durchziehen. Zum Beispiel jene zwischen Materialisten und Spiritualisten. Das Leben hat mich auf beide Seiten geführt. Mal hier, mal da. Weiterlesen

Viel Lärm im Nichts

Zuviel Lärm überall. Jugendliche im Dauergelächter. Johlende, streitende Schüler. Pensionierte Wandervögel in lautstarker Unterhaltung infolge Schwerhörigkeit. Geratter. Geheul. Geschwätz. Auch wenn zur Frage Lärmverträglichkeit eine gewisse Norm besteht, lässt sich die missliche Situation umdeuten. Weiterlesen

Von wegen Demokratiemüdigkeit

Wie manche Schweizer befällt mich Stirnrunzeln, wenn von Demokratiemüdigkeit die Rede ist. Offensichtlich tut es einmal mehr not, dass man sich für diese Art von Gemeinwesen ins Zeug legt.
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Rassismus und Romantik

Mehr Gefühl, weniger Verstand. Das wurde mir schon oft nahegelegt. In den letzten Tagen habe ich jedoch die Vermutung aufgegriffen, die rassistische Abwertung von Farbigen oder allgemein von Menschen der Dritten Welt könnte damit zu tun haben, dass man sie früher romantisch verklärt hat. Als Naturedle oder ähnlich. Wie Verklärung und Abwertung jedoch zusammenhängen, blieb unbesprochen. Jedenfalls wäre weniger Gefühl in dieser Sache eher angebracht.

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Religiöse Praktiken mögen überholt sein. Sie weichen derart von heutigen Lebensformen ab, dass sie schon wieder provokant wirken.
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Nachdenken über das Leben

Es berührt uns herzallerliebst, wenn Kleinkinder Klötze aufeinandertürmen und ihr Bauwerk mit viel Gekreisch wieder zerzausen. Unsere Freude daran wird von der Gewissheit getragen, dass die Kleinen irgendwann zur Vernunft kommen werden. Dabei übersehen wir, dass das Leben in diesem Vorgang etwas von sich verrät.
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Bedürftige überall

Ein Mann mit Gehhilfe wartet auf dem Bahnsteig. Er atmet schwer, hat einen knallroten Kopf. Seine Bedürftigkeit scheint offensichtlich. Aber das kann täuschen. Was Behinderung angeht, sind wir normal Verfasste mit einer besonderen Blindheit geschlagen. Also um kein Haar weniger bedürftig. Weiterlesen

Was wir voneinander wissen

Scheue Kinder fremden, heisst es hierzulande. Aber auch gewisse Erwachsene verhalten sich so. Man weiss ja nichts voneinander. Das macht vorsichtig. Diese gängige Überzeugung, warum wir uns so benehmen, ist womöglich verfehlt. Erwachsene fremden, so vermute ich, weil sie eher zu viel voneinander wissen.
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Von Indien lernen

Viele Europäer haben sich von der indischen Kultur beeinflussen lassen. Nicht nur Herrmann Hesse. Seine Morgenlandfahrer sind auch im gewöhnlichen Volk inzwischen weit verbreitet. Die meisten nutzen indisches Gedankengut als Gegenentwurf zur westlichen Leistungsgesellschaft. Das passt. Auf den ersten Blick zumindest.
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Erde ohne Mensch

Oft höre ich die Ansicht, dem Planeten ginge es besser ohne uns Menschen. Überhaupt hätten wir in dem ganzen All keinerlei Bedeutung, so klein, wie wir sind. Das sind Sichtweisen, die mir doch eher unausgegoren vorkommen.

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Regenwald. Eine weitere Poesie des Zufalls

Nach einem Fest auf dem Land wartete ich den Regen ab, der bis in die frühen Morgenstunden dauerte, denn ich hatte weder Pelerine noch Schirm bei mir. Irgendwann verstummte das Rauschen ganz. So zog ich los, während es dämmerte.

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Eine Poesie des Zufalls

Am Zürichsee, Mitte Sommer: Die Gelegenheit ergab sich, dass ich nach einem eher lustlosen Rundgang durch das Le Corbusier-Haus auch noch den Chinesischen Garten besuchte, der daneben lag. Es sollte ein bezaubernder Moment werden. Aus Zufall. Weiterlesen

Wir Menschen und das Leben

Ein paar Gedanken anlässlich Corona: Ökos oder Hippies, allgemein Naturverbundene geben sich derzeit besonders kämpferisch. Sie sehen Verschwörungen am Werk. Wie begegne ich ihnen, wenn nicht einfach nur auf zwei Metern? Ihre Naturverbundenheit gilt für mustergültig. Zu ihrem Verhaltenscodex gehört es zwingend, dass sie Stoffe ablehnen, die künstlich hergestellt sind. Also steht fest, dass sie Chip und Impfung verweigern, sollten diese einmal flächendeckend geboten sein. Womöglich wird die Corona-Krise die moralische Einstellung dieser Aussteiger oder Umsteiger bestätigen. Das ändert nichts daran, dass sie das Leben falsch verstehen. Weiterlesen

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