Nur zu gern hätte ich mit Mambò oder Mangò ein Gespräch geführt. Beim Spazieren durch den Park male ich mir aus, was wir hätten bereden können. Weiterlesen
Du bist süchtig! Bin ich süchtig? Das Urteil ist rasch zur Hand. Und es teilt hart aus. Wir zücken es wie Küchenmesser. Fachleute hingegen zögern lange damit. Denn Sucht meint auch Unmündigkeit. Das müssen wir umdeuten, sofern wir einen radikalen Humanismus wollen. Weiterlesen
Engel sind wir keine, das steht fest. Aber sind wir wirklich triebhaft? Eindeutig, würde man meinen. Rückt man dieser Sache jedoch zu Leibe, verliert sich ihre Klarheit in angenehmer Unschärfe. Weiterlesen
Schauplatz Gaststätte: Eine Familie hantiert mit Speisekarten. Das Mädchen weiss schon, was es will. Weiterlesen
Eigenarten verändern sich unmerklich. Die Schweizer nahmen irgendwann ihre viehische Brutalität zurück. Die Polen, bekannt dafür, dass sie sich in ihrem Leid suhlen, taumelten früher von einem rauschenden Fest zum anderen. Weiterlesen
Menschen im öffentlichen Verkehr: Ich sehe jemand ganz fein dirigieren. Eine Frau mit Tablet flüstert vor sich hin. Ich lausche, ohne etwas zu verstehen. Aber das ist auch unwesentlich. Ihr Lispeln entzückt mich an sich. Weiterlesen
Universität Konstanz, Exzellenz und Asbest. Die Bibliothek, wo ich vor Jahren zugange gewesen war, öffnete jüngst wieder ihre Tore. Vom Strande kam ich mit Gummilatschen und beschloss, einen Abstecher dahin einzulegen. Niemals hätte ich mir ausmalen können, dass ich den Ort schamerfüllt wieder verlassen würde. Weiterlesen
Pornos zeigen keine wahre Sexualität. Das höre ich immer wieder. Woher weiss man das eigentlich? Weiterlesen
Auf Höhe Scherzingen, wo zur Seeseite die psychiatrische Klinik angesiedelt ist, stieg ein Passant zu, der sittengerecht nachfragte, ob mir gegenüber Platz frei wäre. Weiterlesen
Und ewig verwahrlost die Jugend. Weiterlesen
Einst zog auch ich durch das Rotlicht Amsterdams. Vor Jaaaaahren, versteht sich, als das 20. Jahrhundert unbekümmert ausklang. Dabei machte ich eine denkwürdige Erfahrung. Weiterlesen
Beachtlich, wie wir uns Mühe geben, dass wir vor der Neugierde anderer geschützt sind. Ihre Unart gilt für kindisch. Dabei übersehen wir, dass Neugierde eine natürliche Aufgabe hat.
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Wer Vertrauen gewinnen möchte, befolgt ein paar Regeln, die sich bewährt haben. Solider Händedruck, pünktliches Erscheinen, gepflegte Konversation. Sollen wir aber Vertrauen schenken, fehlt ein vergleichbares Regelwerk. Auftreten, Gepflegtheit, Wortschatz und Verlässlichkeit sind da Null wert, wenn man vertrauen soll. Weiterlesen
In den letzten Wochen kam es vor, dass ich in sommerlichen Gaststätten neben Behinderten zu sitzen kam. Weiterlesen
Letzthin durchstreifte ich die Gemeinde meiner Kindheit wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Ich war angenehm schockiert.
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Die folgenden Gedanken sind nicht an Traumatisierte gerichtet.
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Seit geraumer Zeit lebe ich in einem Haus jüngster Bauart zur Miete, mit vier Wänden und einem Dach und Rasen mit Einfahrt. Auch die Nachbarn leben so. Aber kaum einer versteht sich auf souveräne Nachbarschaft.
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Selbst im Hochsommer wird die Mainau rege besucht. Die Blumenmeere beglücken im Frühjahr die Massen. Dennoch ist die Mainau eigentlich eine Toteninsel. Weiterlesen
Selten wird unser Denken auf den Kopf gestellt wird. Oder auf die Füsse. Weiterlesen

Viele bemühen sich ein halbes Leben lang zumeist vergeblich darum, dass sie von ihren Eltern beingungslos in ihrem lebendigen Sosein anerkannt werden. Weiterlesen
Verkommene Stadtteile haben ihren Reiz. Allerdings nur für die, die sie nach Belieben verlassen.
Hetze macht zu schaffen, sie treibt Menschen in den Selbstmord. Hasskommentare, Mobbing. Vorschläge zur Lösung sind wie immer gleich gestrickt: Man verlangt bessere Moral oder rigide Gesetze oder beides. Das kostet Zeit und Mühen. Ich schlage vor: Sofortige Umwertung. Weiterlesen
Speeddating ist bekannt. Mir ist sogar ein Blitzflirt widerfahren: Vor Jahren kam es so, dass ich, wie so oft, nachts auf meinen Zug wartete, während ich mich, auch wie so oft, in planetarisch gestimmter Schläfrigkeit befand. Weiterlesen
Wie ein Neubeginn fühlt es sich an, wenn die Partnerin nach Streit und Hader beschwichtigt, sie habe doch nur ihre Tage. Weiterlesen
Am Untersee kleben Villen in Höhen mit bester Aussicht. Auch ich habe Jahre meines Lebens so verbracht: Ottenberg, Zugerberg, Ausläufer des Seerückens. Bombastische Ausblicke. Warum vermisse ich sie nicht? Weiterlesen
Die erste Sonne treibt viel Volk an die Seeufer. Die Leute wirken wie aus dem Winterschlaf erwacht. Weiterlesen
Wie gut, dass ich nicht mehr jung bin! Weiterlesen
Depressive wissen nicht, was sie leiden. Ihnen fehlt notgedrungen ein Vergleichspunkt, der wesentlich wäre. Nicht so Schmitt. Weiterlesen
Stehparty, Perlwein und Salzgebäck. Die Gesprächsthemen sind beliebig. Weiterlesen
Der erste Blick ist unschuldig, auch wenn er auf Hintern oder in Ausschnitte geht. Weiterlesen
Schon morgens hatte ich meine süsse Schuldigkeit getan. Weiterlesen
Einmal kam es so, dass ich nachts vor einem Friedhof auf ein Taxi wartete. Weiterlesen
Zu hoher Blutdruck, einmal mehr. Weiterlesen
Der Vortrag war öffentlich, es ging um eine besondere Meditationstechnik, die Örtlichkeit nobel, der Kursraum eines Hotels gehobener Klasse, die Handvoll Publikum in meinem Alter oder darüber, mein Interesse lebhaft. Weiterlesen
Wenn jemand sich anstössig verhält, heisst es gerne, das liege an seiner Kindheit. Weiterlesen
In Berlin ist alles halb so schlimm, sagt man. Weiterlesen
Wie leicht lässt sich das spiessige Kleinbürgertum verachten, womöglich allzu leicht. Weiterlesen
Letzthin machte ich mich über die Architektur der 60er- bis 80er-Jahre lustig. Weiterlesen
Täglich bekommen wir dramatische Prognosen zu hören. Weiterlesen
Die meisten Erwachsenen misstrauen Jugendlichen. Ihr Misstrauen verrät einiges über sie selbst. Weiterlesen
Jugendliche nehmen sich naturgemäss zu wichtig. Damals war ich von Esoterik derart angetan, dass ich glaubte, meine Person wäre Mittelpunkt und Aufgabe eines geheimen Planes. Weiterlesen
Vor Jahren, als der Alltag noch nicht so reguliert war, hatte ich das Vergnügen und auch die Ehre, den Punker T. und den Skin R., der heute beim Grenzwachtcorps tätig ist, als Gäste bei mir zu haben. Weiterlesen
Sie bettelte nicht, sie bot sich mir als Putzhilfe an. Weiterlesen
Ändere dein Verhalten! Täglich kommt dieser Wunsch auf, aber meistens bleibt er ohne Erfolg. Weiterlesen
Im Anschluss an eine Party verliert eine junge Frau ihre Unschuld auf dem Fussboden. Weiterlesen
Letzthin blickte ich im Traum begeistert in wirbelndes Laub hoch. Eine Frau erzählte im Zug, sie hätte im Traum eine Unmenge kugelartiger Kätzchen weggespült. Weiterlesen
Homosexuelle sollen heiraten dürfen und Kinder bekommen. Das mag umstritten sein. Die Gegner davon werden gerne Homophobe genannt. Ihr Vorbehalt hat jedoch mit Angst nichts zu tun. Vielleicht lohnt es sich, zur Abwechslung die Gegner zu verstehen. Denn streng genommen müssten sie Homosexuelle sogar dazu verpflichten, Kinder grosszuziehen. Diese Forderung ergibt sich jedenfalls sachlich aus ihrem Anliegen. Weiterlesen
Vom Klusplatz kommend durchschweife ich das reich belaubte Quartier am Zürichberg. Weiterlesen
Zwei unterhalten sich über das Oktoberfest, ein Schweizer und eine Türkin oder Albanerin. Weiterlesen
Ein neues Wohnen für Menschen aus schattig feuchten Hinterhöfen. Die Teilung Deutschlands jedoch liess die Anlagen in die Höhe schiessen. Nur so war der nötige Wohnraum gewährleistet. Weiterlesen
Als kontemplierender Passant durchstreife ich gerne Warenhäuser ohne Einkauf. Immer wieder bestaune ich die Hochleistungsversorgung oder nehme Notiz von Einkäufern, die gestresst sind. Weiterlesen
Früher assen wir Schinken. Auf dem Einkaufszettel meiner Mutter stand ‚Schinken‘ geschrieben, im Kühlschrank war Schinken vorrätig und Schinken verlangten wir aufs Pausenbrot. Weiterlesen
Viele ersinnen Regeln, die andere ungefragt zu befolgen haben. Nachlässigkeit macht sie ernst, auch nur Anzeichen davon. Sie zeigen sich irritiert bis gekränkt, wittern Verrat. Das vergiftet die Zusammenarbeit. Man mache sich schlau beim Management von Google. Weiterlesen
Damals wollte ich sie verlassen. Die Absicht war angedacht, die Möglichkeit dazu mitgeteilt. Dennoch schlief ich an ihrer Seite ein. Weiterlesen
Bahnhof Aarau: Eine Familie mit zwei Jungen macht sich bereit, die Fahrräder mitsamt Gepäck zu verladen. Die Eltern sind nervös, sie ahnen, der Kurs nach Zürich dürfte voll belegt sein.
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Manche ärgern sich, wenn Jugendliche im Stelenfeld herumtollen. Eigentlich hätten sie den Ausführungen ihrer Lehrkräfte zu folgen.
Was für eine Haltung! Das syrische Mädchen durchquert im Moment Serbien in Richtung Ungarn (NZZ am Sonntag, 30-8-15).
Heute ist man Lehrerin (die männliche Form wird mit gemeint), wenn man die Punkte aller nötigen Module gegen ein Diplom eingetauscht hat.
Damals wusste ich, dass ich Lehrer bin, nachdem ich geträumt hatte, ich würde ein schlafendes Kind durch eine Bibliothek tragen.
Ums Haar hätte ich einen Burger-King bestellt.
Erlösung im Erdloch
Aus Japan ist die Geschichte eines Mannes überliefert, der ein Loch in die Erde grub und hineinsprach. Der Grund dafür: Ein Geheimnis, das zu wahren er verpflichtet war, belastete ihn derart, dass er es einfach aussprechen musste. – Aus den Aufsätzen von Claude Lévi-Strauss über Japan.
Ein Croissant anbeissen
Die Oase Kreuzbergs: Hier scheinen sie gelitten, die Mikro-Dealer aus Afrika.
