Die meisten Erwachsenen misstrauen Jugendlichen. Ihr Misstrauen verrät einiges über sie selbst.Offenbar sehen sich an ihre eigene Frühzeit erinnert. Das spräche dann gegen sie selbst. Oder sie bangen um ihre Zukunft. Dann wird die Jugend von heute alle Verantwortung übernommen haben, während sie am Tropf hängen.

Misstrauen ist eine Form von Selbstbezogenheit: Meine Sicherheit geht vor.

Jugendliche verfügen über mehr Möglichkeiten als früher. Aber Erwachsene finden, sie stellten nichts Gescheites damit an. Und sie malen sich aus, was sie an ihrer Stelle getan hätten. Wohl nichts Dümmeres und sehr wahrscheinlich nichts Besseres.

Zu meiner Zeit schüttelten Erwachsene den Kopf über uns, als hätten sie den Bettel schon hingeworfen. Heute lassen sich Genossen meines Alters über soziale Netzwerke aus, über Smartphones in Händen Jugendlicher.

Es ist die Selbstbezogenheit des Menschen, der älter wird und erkennt, dass das Leben sich rascher verändert, als er zu bewältigen in der Lage ist. Dass es sich anders verändert, als es ihm passt oder wie er es für alle schon längst als sinnvoll erkannt hat.

„Das Leben wartet nicht auf dich. Auf niemanden.“ (Freies Zitat aus No Country For Old Men von den Coen-Brüdern)