Wenn jemand klarstellt, die Sache in Nahost sei kaum zu durchschauen, dann heisst das für mich, die Person will lieber nicht wissen, was da passiert. Und schon gar nicht aus welchen Gründen. Dabei ist die düstere Sache leider hemdsärmelig einfach.
Der christliche sowie säkulare Westen europäischen Zuschnitts hat über Jahrhunderte
jedes Recht gebrochen, um Juden zu vertreiben oder zu töten. So lautet der erste Teil einer Formel, dank der die verquickte Situation in Nahost sich augenblicklich klärt. Arabische Übergriffe auf Juden sind im Vergleich dazu statistisch vernachlässigbar. Die USA hingegen boten Juden wie allen Völkern Etablierungsmöglichkeiten. Jede Gruppierung, die in diesen Genuss kommt und ihn bis zur Neige für sich in Anspruch nimmt, liesse sich als Parasit der USA verschreien. Der Zionismus hat diese Möglichkeit bloss mit Abstand besser als andere zu nutzen verstanden. Das lässt sich aus der jüdischen Geschichte mühelos herleiten.
Denn wie immer geht es bei der jüdischen Sache um Leben oder Tod. Selbst in Friedenszeiten, wenn alle sich philosemitisch benehmen, lesen Juden ihre Umwelt täglich unter dem Vorzeichen einer weiteren Hasswelle. Das heisst, sie beobachten genauer, sie schlussfolgern schärfer, sie trainieren überliefertes Wissen, sie vernetzen sich und andere zuverlässiger und nachhaltiger, sie beschäftigen sich mit Möglichkeiten, die uns entgehen, da wir ab spätem Mittag bereits mit dem Feierabend beschäftigt sind, sie planen vor, nicht auf Jahre, sondern auf Jahrzehnte hin.
Juden verhalten sich so als Menschen mit dieser singulären Geschichte, in der Verfolgung und Tod fast naturgesetzlich wiederkehren.
Ende des 19. Jahrhunderts klopften die ersten Zionisten bei den damaligen imperialistischen Grossmächten an, um Unterstützung für einen jüdischen Staat in Palästina zu bekommen. Diese freuten sich an einer willkommenen Möglichkeit und spannten die Zionisten vor ihren Karren, um in die arabische Welt, die sich ihren Interessen widersetzte, einen Spaltpilz zu treiben. Auch nach 1945, selbst nach der Shoa hat niemand den Juden geholfen, einen Staat zu bekommen, in den sie sich bei der nächsten Hasswelle zurückziehen könnten. So lautet der Mittelteil der Formel, auf die ich hinarbeite. Die vorbehaltlose Unterstützung Europas für Israel gilt als verdeckt antisemitisch, da man verhindern möchte, dass Juden massenhaft nach Europa zurückkehren. Die dort ansässigen Araber, die von den ersten Zionisten im Einklang mit der Öffentlichkeit Europas zu Untermenschen erklärt wurden, sollen weichen. Das Projekt Räumung Palästinas von Arabern läuft seit Jahrzehnten, zu Beginn öffentlich vor Kulissen, später vermehrt dahinter verschwindend, wo dieses Ziel unerkannt und codiert nach einer nun mehrfach versiegelten Agenda seit Jahrzehnten organisiert und vorbereitet wird. Der Fall Kennendy 1963 wird neuerdings von dieser Seite beleuchtet, ebenso 9/11, ebenso Afghanistan und Irak 2003, ebenso der arabische Frühling, wo Tunesien, Ägypten, Lybien, Syrien als Hinderer Israels nach und nach zerfielen.
Damit können wir die Formel abschliessen: Der christliche sowie säkulare Westen europäischen Zuschnitts hat über Jahrhunderte jedes Recht gebrochen, um Juden zu vertreiben oder zu töten. Auch nach 1945, selbst nach der Shoa hat niemand den Juden geholfen, einen Staat zu bekommen, in den sie sich bei der nächsten Hasswelle zurückziehen könnten. Nun nutzen Zionisten als selbsternannte Speerspitze des Judentums ihrerseits jeden erdenklichen Rechtsbruch, damit sie diese Sicherheit in Form eines eigenen Staates namens Erez Israel bekommen. Ihnen gegenüber wurde jedes Recht gebrochen, die Schuldigen geben sich reuig, helfen aber nicht. Was bleibt übrig, als nun selbst ein Recht auf Rechtsbruch anzumelden und durchzusetzen.
Nach unserem Vorbild, wohlgemerkt.
Leider drängt die Zeit. Aus zwei Gründen. Offenbar rechnen Zionisten wie viele sonst mit einer kommenden Weltkatastrophe und schlussfolgern zurecht, dass wir dann erneut über Juden herfallen. Warum sollte es sich diesmal anders verhalten? Der immense Aufwand, der geheimdienstlichen Support erfordert, die Rechtsbrüche zu verklausulieren, fällt weg. Diese Vergehen treten wie von selbst an die Öffentlichkeit. Daher ist in Kauf zu nehmen, dass die Unterstützung für den Zionismus in den USA und weltweit mit den kommenden Generationen abrupt schwinden wird. Darin legt der zweite Grund für die jetzige Zeitnot, in die der Zionismus geraten ist.
Deshalb wird nun auf Grossisrael gedrungen, unter öffentlicher Billigung von Rechtsbrüchen jeder Art.
Und sie tun dies nicht der Araber wegen.
Sondern wegen uns traditionellen Antisemiten.
Der Westen ist ein derartiger Bluthund, dass es nur gerecht erscheint, wenn er heute parasitär zu einer Art Totentanz gezwungen wird.


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