Suche

BLOX

Mensch und Natur im Kosmos

Blinkstern. Eine Poesie des Zufalls

Das Mädchen deutet an den Nachthimmel, und es möchte wissen, ob es Blinksterne gebe. Weiterlesen

Betrachtungen zu einem Stück Brot

Die Schule zeigt sich von ihrer angeblich besten Seite: Musical, Zirkus, Workshops für Gross und Klein. Eine Öffentlichkeitsarbeit wird dargeboten, die das enorme Kerngeschäft zusätzlich belastet. Wo man originellerweise Bratwürste ausgibt, liegt ein Stück Brot am Boden. Völlig ausgehöhlt, nur die Rinde liegt noch da als unversehrter Ring. Man ärgert sich darüber. Missratene Kinder, einmal mehr. Ich schmunzle.
Weiterlesen

Ein Geburtstag

Für Ramona

Generationen gewähren einander selten Einblick in ihre ungeschminkte Eigenart. Offenbar ist der Unterschied wichtiger als die Gemeinsamkeit. Da muss man schon in eine Geburtstagsfeier geraten, wo man an Vermischung Freude hat. Weiterlesen

Sorgenkind Ideologie

Ideologie macht blind, sicher aber kurzsichtig. Wer sein Weltbild verbissen aufrechterhält, steckt irgendwann in einer Art Kokon fest, der ihn von einem Leben abschottet, das ohne Rücksicht darauf eigentlich nur Veränderung kennt. Weiterlesen

Das Selbst als Naturgesetz

Wer ein halbes Leben lang gegen eine Tür anrennt, die partout verschlossen bleibt, versinkt natürlicherweise in Selbstzweifel. Die Moderne rechnet uns eine persönliche Souveränität zu, die nur Erfolg oder Scheitern in Aussicht stellt. Im Falle dauernden Misserfolgs
sollte man sich klar machen, dass da eine zähe Eigenart, vielleicht sogar eine Art Naturgesetz im Spiel ist. Denn das wissenschaftliche Weltbild der Moderne kennt Naturgesetze, jedoch keine Freiheit in diesem Sinne.

Weiterlesen

Meinungswechsel als Stärke

Meinungsvielfalt überfordert manche. Gerade Populisten haben damit Mühe, denen wiederum Reformer am liebsten einen Maulkorb verpasst sehen würden. Offensichtlich fällt es schwer, in Meinungsvielfalt ein Grundrecht zu erkennen, das hart errungen wurde. Schlimmer wird es, wenn die Meinung obendrein geändert wird. Ein Meinungswechsel bedeutet Stärke wie Schwäche zugleich.

Weiterlesen

Über Perversion mit Thomas Nagel

In der Regel macht Philosophie einen Bogen um Themen wie Perversion. Der Grund: Sie sind ihr zu sachbezogen. Zu wenig allgemein. Nicht so der New Yorker Thomas Nagel. Wie zu erwarten verhandelt Nagel als Philosoph keine bestimmten Praktiken, um  Perversion zu erläutern. Seine Überlegungen führen hingegen zu der Einsicht, dass die durchschnittliche Sexualität, wie sie in nordatlantischen Breitengraden gelebt wird, selbst pervers ist.
Weiterlesen

Aus Sicht Putins

Wer den Anspruch erhebt, aufgeklärt zu sein, dem schwebt ein faires Urteil vor in  allen Belangen. Also kann ich nicht Ukraine-Versteher sein oder Putin-Versteher. Beides muss ich sein. Und nur beides. Weiterlesen

Reue bereuen oder Vom wahren Yoga

Jemand bereut einen Hauskauf, eine Ehe, ein Kind. Dinge, von denen man sich nur trennt, wenn man sein Leben moralisch ernsthaft beschädigt. Reue in dieser Grössenordnung bedeutet eine besondere Form der Marter. Bevor man jedoch darin versinkt, sollte man in dieser Angelegenheit Möglichkeiten für etwas mehr Selbstwertschätzung beachten. Weiterlesen

Leben im Morgen

Kinder leben im Morgen. Wir nicht. Weiterlesen

Blöde Taube

Einer beim Bier lässt sich über die Blödheit von Tauben aus, die gerade unter den Tischen der Terrasse nach Brosamen picken. Das Urteil, etwas oder jemand sei einfach nur dumm, erweist sich meistens selbst als dumm, da zu wenig Information für ein Verdikt dieser Tragweite eingeholt wurde.
Weiterlesen

Das zuinnerst Intimste

my most precious liquid must never spill                                                                                                    Norma Jane Mortenson

Es gibt Personen, die bis ins Erwachsenenalter Geheimnisse von sich unter Verschluss halten. Für Intimpartner ist das schwer zu ertragen. Sie fühlen sich zurückgewiesen. Dabei übersehen sie die Tatsache, dass die Person, um die es geht, ihr Geheimnis grundsätzlich für sich behält. Statt Misstrauen wäre auch hier ein intimer Respekt gefragt. Was wäre das, wenn nicht Liebe? Aber wie kommt man dahin?

Weiterlesen

Arschtasche oder Von evolutionärer Überlegenheit

Evolutionäre Überlegenheit ist nie von Dauer. Zu rasch verändern sich die Umwelten, ganz besonders in der so genannten kulturellen Evolution, wo es um Sprache, um Zeichen und Regeln, um Moden, aber auch um künstlich gefertigte Gegenstände geht. Ein Beispiel, das mehr Bescheidenheit nahelegt, wenn man sich evolutionär überlegen fühlt, gibt die Arschtasche meiner neuen Winterjacke. Weiterlesen

Gottlob heimatlos

Ein Flüchtling hält Lesungen zu Texten über die Heimatlosigkeit, die ihm aufgezwungen wurde. Das Schweizer Publikum zeigt sich betroffen und verschreckt ob  der Vorstellung, uns würden wie ihm die Wurzeln gekappt. Von diesem Leid habe auch ich keinen Begriff. Das verpflichtet mich zu Respekt. Dennoch fällt mir an diesem Menschen eine merkwürdige Sturheit auf. Weiterlesen

Der Daumen von Mariupol – eine Ikone

Die Stadt der Gottesmutter am Schwarzen Meer hat ihre Ikone bekommen: Es ist die hochschwangere Ukrainierin, die unter russischem Beschuss starb und ihr Kind mit ihr. Das Bild geht derzeit um die Welt. Ihr Daumen blieb mir im Gedächtnis haften, als ich halbbewusst und mit Süssspeisen beschäftigt die Nachrichten verfolgte. Zunächst verstand ich den Grund nicht, warum mir dieses Bild im Sinn blieb. Erst später erfasste ich die ikonografische Wirkung, die von diesem Finger ausgeht.

Und ich hörte auf mit Essen.

Denn Mütter mit langen, gepflegten Nägeln spreizen die Finger ab, wenn sie den Kopf eines Kleinkindes halten, damit es nicht gekratzt wird. Wie die Ukrainerin ihre Linke an den entblössten Unterleib legt, hält sie alle Finger abgespreizt, bis der Daumen kurze Zeit im Bild verbleibt, der Bewegung wegen, die daher rührt, dass die Frau auf einer Bahre in Sicherheit gebracht wird. Da wird mir klar: Der Kopf des Kindes muss sich genau dort befinden, denn die Frau stand vor der Entbindung. Vielleicht war es, kurz vor Einschlag der Granaten, endlich geglückt, das Kind für die Geburt im Bauch zu wenden.

Nun legt die Frau ihre Hand so an den Bauch, als hielte sie den Kopf ihres Kindes bereits in Händen.

Ein winziges Licht. In dieser totalen Vernichtung.

Aber ein Licht.

Auch die Sonne ist bloss ein Lichtkorn in der gewaltigen Düsternis des Alls. Die Mutter beschützt ihr Kind vor ihren Fingernägeln, obwohl es sich noch im Bauch befindet. Sie selbst ist tödlich verwundet. Unmittelbar neben dieser achtsamen Hand klafft eine Fleischwunde, die wohl ein Splitter in den Oberschenkel riss.

…..

Über die blosse Beschreibung dieses Bildes gelange ich nicht hinaus. Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Vielleicht einfach dies: Eine Ikone soll das Gemüt verfeinern, wenn man sie auf sich wirken lässt. Haltung und feinsinnige Einzelheiten wie eben ein abgespreizter Daumen dürften dabei grundlegend sein. Der  Zweck liegt darin, dass sich diese Wirkung auf den sozialen Umgang mit anderen überträgt. Diese Ikone mag diese Wirkung haben. Sie soll es. Daher sei sie allen Slawen gewidmet.

Also auch den Russen.

Eigentlich überhaupt uns Menschen.

 

Lehrermangel. Eine Handvoll Gründe

Es herrscht Lehrermangel. Die Erklärung: Übermässig viele Pensionierungen treffen auf übermässig starke Geburtenjahrgänge. Aber die Sache greift tiefer.
Weiterlesen

Nackte Gesichter

Seitdem die Massnahmen vom Tisch sind, trifft man wieder auf Menschen mit vollständig enthüllten Gesichtern. Die Masken fallen. Im Kino oder beim Einkaufen dünken mich die Gesichter besonders nackt. Ich bilde mir sogar ein, es knistere leicht zwischen den Menschen.
Weiterlesen

Kippmomente

Was ist eigentlich Geist genau? Da gibt es verschiedene Antworten. Eine ist mir während der Pandemie aufgegangen. Und auch jetzt beim Krieg in der Ukraine. Dieser Ansatz ist aber eher anstrengend. Denn es geht darum, dass man verschiedene Narrative in Gedanken austauscht, also Geschichten, die in diesem Fall Missstände wie die Seuche oder diesen Krieg erklären. Die Sicht auf die Welt kippt dadurch von einem Extrem ins andere und wieder zurück. Das ist Geistarbeit.

Weiterlesen

Psychonautik und die Erfahrung des freien Willens

Für Steven Kaiser und Freunde

Psychonauten erforschen ihr Inneres. Mit Selbstfindung hat das allerdings nichts zu tun. Wer darin Erfahrung hat, bestätigt mühelos, dass während dieser wunderbaren Irrfahrten in intimsten Ozeanen gar nichts Persönliches, rein gar nichts Individuelles zu finden ist. Dafür Allgemeines. Nämlich pure Natur. An sich selbst. Durch sich selbst. Mitten im Vollzug. Das wirft die Frage auf, was es denn nun mit dem freien Willen auf sich hat.
Weiterlesen

Russland verstehen mit Tarkowski

Was Tarkowski in Bildern vermittelt, dürfte genau das sein, was Putin bissig verteidigt. Nämlich so etwas wie das Herz russischer Kultur. Ihr innerstes Licht. Weiterlesen

Menschenrecht für Tiere

Primaten sollen Menschenrechte zugesprochen bekommen. Damit bringen wir sie mit uns auf Augenhöhe. Eine wünschenswerte Neuerung zwar, aber sie verdeckt massive kulturelle Probleme, die uns betreffen, nicht die Tiere.
Weiterlesen

Werkelei oder Das ganze Leben

In meiner unmittelbaren Nachbarschaft hat ein Begegnungsort namens Werkelei-11 eröffnet. Das Angebot addressiert sich an Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung. Also an alle. An das ganze Leben. Und zwar buchstäblich an das ganze Leben, wenn man dem geistreichen Wortspiel «Werkelei» nachsinnt, das obendrein wohltuende Selbstironie anklingen lässt. Weiterlesen

Inside Putin – Eine Kehrseite von Macht

In Machthabern vermuten wir Menschen, die aus blanker Souveränität handeln. Als verfügten sie über endlose Reserven. Vielleicht überschätzen wir sie, damit wir wachsam bleiben. Wäre Putin jedoch eine Matrjoschka, was genau spränge als sein Innerstes zuletzt heraus? In seinem Fall müsste man eigentlich von einer Patrjoschka sprechen, sofern es das gäbe. Wer also könnte das sein?

Weiterlesen

Politik der Klarheit

Die Krise wird nachhallen. In vielerlei Hinsicht. Sofern sie denn tatsächlich ausgestanden ist. Zum Beispiel beschäftigt es mich weiterhin, wie man mit Personen umgeht, die abweichende Meinungen vertreten. Auch wenn ich ihre Ansichten unter Umständen ablehne, halte ich sie deshalb nicht für krank oder spinnig im Kopf. Diese Abwehr verrät mehr von der intimen Ökonomie der Person, die so urteilt, als von den Menschen, die sie sich damit vom Leibe hält.
Weiterlesen

Eine Taxifahrt

Sogar in einem Taxi erwartet dich völlig unerwartet ein Stück Welt. Unverhofft, wie so oft. Etwa wenn der Fahrer einer Religion angehört, die ich für ausgestorben hielt. Eine fremde Welt, mag sein. Sie gehört jedoch mit zu dem Planeten, den wir alle bewohnen.
Weiterlesen

Frieden nach Corona

Gerade jetzt, wo bei mir eine Leidenschaft für alternative Theorien heranreift, stellt die Regierung die baldige Aufhebung lästiger Massnahmen in Aussicht. Damit wird der Streit im Volk verrauchen, doch die Frage, wie wir miteinander umgehen, stellt sich weiterhin. Auch überlege ich mir, wie ich mit dem schlimmstmöglichen Fall umginge, sofern dieser denn einträte, wie er alternativ zu Corona verlautet wird. In beiden Fällen hängt der Friede davon ab, ob wir Natur und Mensch getrennt sehen oder als Einheit. Weiterlesen

Erneut das Gedenken an Ausschwitz

Letzte Woche gedachte man der Befreiung von Ausschwitz zum 77sten Mal. Die Leugnung des Holocaust sprich der Shoa spielt auch eine Rolle in alternativen Corona-Theorien, die ein Weltjudentum am Werk sehen. Leugnen lässt sich dieses Ereignis sehr wohl, wie alles, was Tatsache ist. Zu seiner Belegung ist keine einzige Opferaussage nötig, so leid es mir tut. Die Täter selbst sorgen dafür.
Weiterlesen

Rassismus ade. Oder: Die Einsicht von der gemeinsamen Todesangst

Das Gutmenschentum missversteht Rassismus als bornierte Aggression. In seinem Kern steckt jedoch Todesangst. Das ist ernst zu nehmen. Wenn wir diese Angst als Populismus verachten und sie kriminalisieren wo immer möglich, dann wird diese Todesangst aggressiv. Dann heisst sie Faschismus. Weiterlesen

Erhaben über das Virus

Immer wieder hört man von Personen, die davon überzeugt sind, nichts Böses könnte ihnen etwas anhaben. Also auch ein Virus nicht. Sie meinen, dass sei eben die Regel. Aber was macht sie so sicher? Keine Regel zeigt an, dass sie sich wie bisher fortsetzen wird. Das hat uns Wittgenstein gelehrt. Eine Regel zeigt nur, wie sie in ganz bestimmten Fällen abgelaufen ist, die man nachträglich überblickt, aber niemals zuvor.
Weiterlesen

Stillen nach Männer Art

Stillen bietet Nahrung, aber auch Erholung für das Kind. Männer sind dazu nicht in der Lage, doch sie haben eigene Methoden. Dabei geht es um keinerlei Intimität, sondern um Beeren. Und um Boxen. Kurz gesagt: Die erwachsene Person bietet sich dem Kind als Boxsack an.

Weiterlesen

Das Undenkbare ist keine fixe Grösse

Ein Corona-Friedensvertrag hat  eine moralische Bedeutung. Also gibt es keinen Gerichtsstand und daher keine Möglichkeit, den Vertragspartner einzuklagen. Wer von den Willenserklärungen abweicht, aus denen der Vertrag besteht, hat einfach moralisch verloren. Weiterlesen

Bescheidener Vorschlag zu einem Corona-Friedensvertrag

Die Lage spitzt sich zu. Gegner von Coronamassnahmen und ihre Befürworter sind zunehmend zerstritten. Sollte ein Friedensvertrag möglich sein, muss er wie üblich bei Verträgen auf einer gemeinsamen Grundlage abstützen. Die gibt es. Wider Erwarten. Aus meiner Sicht lässt sich auch nicht darüber hinwegsehen. Weiterlesen

Oeconomia

Selten bis gar nie kommt es vor, dass eine Dokumentation mein Denken auf den Kopf stellt. Oder auf die Füsse, je nach dem. Weiterlesen

Baustelle im Kopf

Vor Jahren traf ich einen Berufsschüler im Zug. Seinen Rucksack hatte er derart mit losen Arbeitsblättern vollgestopft, dass der Sack tiefer war als breit. Ein gepresster Block, bestehend aus Schulmaterial. Ohne Reiter oder Mäppchen dazwischen, die Orientierung geboten hätten. Über diesen jugendlichen Eigensinn sehe ich Leute den Kopf schütteln. Und ich sehe mich, wie ich diese Kritiker kopfschüttelnd mit Unverständnis bedenke. Sie könnten es besser wissen.
Weiterlesen

Kaugummigalaxien

Natur entdeckt man nicht nur im Wald oder im Garten, sondern auch im Aufmarschgebiet zu Bahnhöfen. Dort bekommen wir zwar keine Blümchen zu sehen und keine Tierchen, dafür weggeworfene Kaugummis.
Weiterlesen

Erste Anmerkungen zum Massenmenschen

Wer hat Angst vor dem Massenmenschen? Ich nicht. Weiterlesen

Väter und Töchter

Bloss eine Geschichte, bloss eine Tendenz vielleicht, sicher keine Behauptung für alle Fälle: Das Drama zwischen Vater und Tochter bewegt sich zwischen Vergötterung und Verleumdung. Beides hat kein gesundes Mass. Beides wirkt übergriffig. In dieser Abfolge kann es ein Leben noch in späten Jahren ruinieren. Nicht nur das Leben von Töchtern. Weiterlesen

Politische Korrektheit

Die Liberalisierung bedroht die Demokratie. Das Klima drückt. Der Mittelstand verpufft. Im fernen Osteuropa droht ein Krieg. In Brüssel schleifen sie weiter an der Sprache herum. Die politische Korrektheit ist keineswegs über jeden Zweifel erhaben. Unter anderem hat sie den gegenwärtigen Populismus mitverschuldet. So läufts in der Geschichte: Wichtige Anliegen werden derart übertrieben, dass eine nächste Generation damit aufräumt.
Weiterlesen

Väter und Söhne

Eine Kollegin erduldet Streit zwischen Ehemann und Sohn bald täglich seit Monaten. Bei aller Liebe findet sie, ihr Mann nehme seine Vaterschaft zu ernst. Gemessen an heutigen Ansprüchen. Nur ein klein wenig Nachsicht würde das Verhältnis beruhigen. Wie so oft steht einer kleinen Verhaltensänderung eine sture Natur entgegen, die auch ihre Gründe hat.

Weiterlesen

Schuld

Schuld gehört zu den Dingen, die man für selbsterklärend hält. Die meisten Ängste, vor allem jene, die zu Angstkomplexen auswachsen, drehen sich noch heute um Schuld und Schuldvermeidung, so meine These. Schuld und Todesangst hängen eng zusammen.

Weiterlesen

Liebe in Zeiten von Corona

Die Debatte um Corona und Impfung kann Ehen entzweien. Selbst dann, wenn Jahrzehnte gemeinsamen Weges zurückliegen. Liebe in Zeiten von Corona verlangt selbst in intimer Zweisamkeit einen Respekt, der auch sonst schwerfällt. Weiterlesen

Neues Menschenbild. Mit Gerhard Roth und ohne

Der Neurobiologe Gerhard Roth schlägt ein neues Menschenbild vor. Menschenbilder leben von der Spannung zwischen Freiraum und Bestimmung. Die Einflüsse, denen wir unterliegen, sind nach neurobiologischen Befunden beträchtlich. Niemand erfindet sich aufs Geratewohl neu. Was Freiheit noch sein kann, das wäre also neu zu finden.
Weiterlesen

Wir Menschen im kosmischen Vergleich

Im Vergleich zum Weltall sind wir Menschen verschwindend klein. Und also unbedeutend. Dieses Urteil ist sehr beliebt. Wer vor Gericht so plädierte, würde wegen Befangenheit abgewiesen. Im Übrigen ist das Urteil argumentativ unbrauchbar. Man kann den Grössenvergleich zwischen Menschheit und Weltall leicht bestätigen, man muss nur Zahlen sprechen lassen. Genau so leicht jedoch lässt sich die Schlussfolgerung `klein also unbedeutend` bestreiten.

Weiterlesen

Begierden ohne Ende. Über „Squid Game“

Erzieher sind alarmiert. Ich fasziniert. Nicht nur der grandiosen Ästhetik wegen. Zweifellos für Heranwachsende ungeeignet addressiert die südkoreanische Serie «Squid Game» aus meiner Sicht eine Botschaft an Erwachsene, die mir unverzichtbar scheint. Die Gewalt sorgt für Quoten, spielt aber nur eine untergeordnete Rolle.
Weiterlesen

Anmerkung zur Sozialkompetenz

Die Listen der Merkmale für Sozialkompetenz sind unvollständig. Zwei wesentliche fehlen.
Weiterlesen

Wenn Türken türken

Schüler aller Herkunft verkriechen sich kleinlaut, wenn man sie beim Spicken ertappt. Auch Schweizer, wohlgemerkt. Ein junger Türke jedoch, der sich sogar frühzeitig Zugang zu Unterlagen verschaffte, legte nach Entlarvung seiner Untat einen bissigen Stolz zutage. Ein freundlicher Bursche verwandelte sich im Nu in einen osmanischen Krieger. Ich war begeistert ob diesem untypischen Verhalten. Wie vermutet gibt es Gründe dafür. Weiterlesen

Meinungsfreiheit um jeden Preis oder Faschismus im Kleinen

Wie kann man gegen Meinungsfreiheit sein? Man kann. Dafür gibt es einen gewichtigen Grund, der sich in Zeiten von Corona bedrohlich abzeichnet. Ich teile dieses Argument nicht, sehe aber ein, dass es zu Sorge Anlass gibt. Weiterlesen

Glücksspiel Parteipolitik

Parteigezänk mischt sich verhängnisvoll in die Corona-Politik. Liberale befürchten, die Sozialen würden den Notstand zur Durchsetzung ihrer Programme nutzen. Umgekehrt haben Liberale keine Antwort darauf, wie man eine Krise dieser Tragweite eben liberal, sprich auf der Grundlage von Freiwilligkeit bewältigen soll.

Weiterlesen

Unter der Sonne Kaliforniens

Kalifornien bringt nicht nur Orangen und Hippies hervor. Unter seiner Sonne gedeihen auch Internetgiganten. Ihre Betreiber glauben an Technik, aber nicht an Gesetze, die für alle gelten. Daher dulden sie keine Regulierung, selbst wenn diese demokratisch zustande kommt. Sie wähnen sich abgekoppelt von aller Geschichte. Offenbar haben sie in dieser Sache zu viel Sonne erwischt. Weiterlesen

Wenn das Handy langsamer wird

Wie ein schnaubender Hornochse tappe ich auf dem Bildschirm herum. Dadurch wird das Handy noch langsamer, schliesslich muss es gleich mehrfach durchrechnen, was ich so sehr von ihm begehre. Eine Umgewöhnung auf mehr Langsamkeit steht ausser Frage. Dabei würde sie mich für die Zukunft fit machen. Und zwar nicht nur für meine persönliche Zukunft.
Weiterlesen

Von Bienen, Neuronen und dem Weltgeschehen

Brad Pitt wurde daraufhin befragt, wie er die Absage einer Rolle verkraftet habe, die sich später als Kassenschlager erwies. Der Schauspieler stellt ohne Reue und Hader klar, er glaube eben daran, wie die Dinge sich entwickeln. Das Interview findet sich irgendwo auf Movie-Pilot. Brad Pitts Einstellung ist ganz auf mich zugeschnitten, auch wenn ich anerkennen muss, dass sie buddhistisch sein soll. Zum Nachdenken regt sie alleweil an. Denn die persönliche Freiheit scheint von Grund auf in Frage gestellt, wenn man einfach hinnimmt, wie sich die Dinge entwickeln. Das sieht auf den zweiten Blick jedoch anders aus. Weiterlesen

Tapfer sein im 21. Jahrhundert

Sei tapfer! Das klingt heute eher altmodisch. Ein Harnleiterstein quälte mich vom Arbeitsplatz bis zur Notaufnahme. Keine ganze Stunde zwar, aber immerhin. Ein Freund fragte mich, wie es mir gelungen sei, tapfer zu sein. Zunächst fiel mir keine Antwort ein. Später gleich mehrere.

Weiterlesen

Blütezeit der Skepsis

In der Pandemie schlägt die Stunde der Skeptiker. Jemand verkündet eine Information zu Corona, er teilt sie mit anderen, heisst es, sei sie privaten oder offiziellen Ursprungs, Skeptiker hören das und rücken sie zurecht. Ihnen gehört das zweite Wort. Das lässt sie abgeklärt erscheinen, während die erste Person mit Blauäugigkeit geschlagen dasteht. Dieser Eindruck täuscht. Denn beide sitzen im genau gleichen Boot.
Weiterlesen

Umgang mit Unendlichkeit

Wir möchten ewig leben. Dabei kriegen wir Unendlichkeit kaum zu begreifen. Wie so oft stehen uns dabei Gewohnheiten im Weg. Weiterlesen

Marketing und Mythen

Es gehört zu den Aufgaben der Aufklärung, dass sie Mythen bekämpft. Das heutige Marketing richtet neue Mythen ein. Eine dieser Mythen heisst künstliche Intelligenz. Weiterlesen

Immer dieser Spieltrieb

Die Jugend konsumiert auf ihren Handys blödsinnige Kurzvideos am Laufmeter. Was mich amüsiert, empört eine beachtliche Mehrheit. Die Jugend verwahrlost. Seit Menschengedenken wird dieses Moralin vergossen. Warum sollte es gerade jetzt verstummen? Ein Versuch wider diese Sturheit seit je hingegen lohnt sich alleweil. Weiterlesen

Die Mär von der Überlegenheit des Computers

Computer sind uns an Präzision, Rechenleistung, Durchhaltevermögen und vor allem an Bedürfnislosigkeit weit überlegen. In der Kalifornischen Ideologie [Kp C], die bei berüchtigten Internet-Giganten den Tarif durchgibt, ist vorgesehen, dass Computer uns früher oder später ersetzen werden. Die Neurobiologie belegt den blanken Irrtum dieser Prognose.

Weiterlesen

Unsere ganz persönliche Entscheidungsgewalt

Ein Schüler holte Meinungen ein, ob man ihm rate, ein Kunststipendium für ein Zwischenjahr in New York anzunehmen oder die Ausbildung zum Grundschullehrer erst unter Dach und Fach zu bringen. Dummerweise bekam der Jugendliche alles Mögliche zu hören. Kluge Argumente häuften sich auf beiden Seiten. Seine Lage blieb so unklar wie zu Beginn. Auch ich liess ihn hilflos zurück. Aber mir ging bei der Sache ein Licht auf. Weiterlesen

Mutter und Kind

Die Mutter bekam die Behörde an den Hals gehetzt. Im Auftrag einer Halbschwester. Sie könne nicht mehr zusehen, wie ihr Neffe verwahrlose. Die Behörde entschied zugunsten der Mutter, aber das hätte bei dem ausgeprägten Föderalismus, der hierzulande eingerichtet ist, auch komplett anders ausgehen können. Die Aufregung hätte man sich sparen können, wenn man genauer hingesehen hätte, statt nur Formfehler zu vermeiden. Und ein bisschen mehr Vertrauen ins Leben wäre dazu erforderlich gewesen. Weiterlesen

Von wegen Aufklärung

Der Westen hält viel auf seine Überlegenheit. Die Massstäbe, nach denen er das bemisst, liefert er gleich mit. Ein Selbstlob also. Aufklärung durch Vernunft, heisst das Motto des Westens. Im Umgang mit China oder Russland ist davon aber gar nichts zu spüren. Weiterlesen

Elterngespräch anno 1992

Die heutigen Elterngespräche sind zur Formsache geworden. Es herrscht Höflichkeit, damit alle Beteiligten überleben. Bloss keine Fehler begehen. Ist die Situation unproblematisch, liegt sogar ein Witz drin. Diese Verkrampfung lässt sich gesamtgesellschaftlich beobachten. Vor Jahren war das anders: Anno 1992 endete eines dieser Gespräche damit, dass sich die Eltern gegenseitig ein Vampirgebiss in den Mund schoben. Weiterlesen

Rote Linien

 

Wer in der Politik rote Linien zieht, sorgt sich um Werte, die ihm am Herzen liegen. Die Person fühlt sich in die Pflicht genommen. Eine sich schleichend anbahnende Übermacht gehört ausgeglichen, zurückgestutzt. Kein Wenn und Aber mehr. Zwar markiert diese Person so nach wie vor Gesprächsbereitschaft, sie beweist also Toleranz, allerdings unter eben dieser Bedingung. Genau genommen schürt sie Krieg. Weiterlesen

Streaming-Psychose

 

Ein früherer Arbeitgeber hatte auf seinem Schreibtisch eine polierte Metallplatte liegen, in die folgender Leitsatz eingestanzt war: «Handle so, dass im Anschluss deiner Handlung Allen mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen als vorher.» Das ist Postmoderne in Reinkultur. Heutige Streamingdienste erfüllen diesen Leitsatz mustergültig. Aber auch hier führt eine exzellente Problemlösung zu neuen Schwierigkeiten. Weiterlesen

Die gestreckte Zehe. Eine Poesie des Zufalls

Am Ufer des Zürichsees, wo Asiaten neben Ganymed posieren, kaufte ich mir einen Becher Eis und machte Halt auf einer Bank. Meine Füsse hob ich aus den Latschen, denn es war Sommer und kühlender Asphalt im Schatten willkommen. Irgendwann schlug ich ein Bein über, während ich das Eis genüsslich löffelte. Ein Mädchen, das neben mir sass, hielt ihren Blick genau auf meinen Fuss gerichtet, der in den Raum ragte. Weiterlesen

Wahrheit als Anmassung

Juristen beschäftigen sich zweckmässig mit Wahrheit. Oder Erzieher. Beide nämlich, wenn sie Streit schlichten. Wahrheit hat eine sinnvolle Aufgabe in überschaubaren Situationen, wie der Alltag sie bietet. Wird aber Wahrheit in Zusammenhängen behauptet, die hochgradig verzwickt sind und weit über unsere Köpfe hinausreichen, wie etwa punkto Corona oder Klimawandel, dann bedeutet sie schlicht eine Anmassung. Etwa so anmassend, wie eben diese Wahrheit, die ich hier behaupte.
Weiterlesen

Panik ums Ich

Offensichtlich lässt sich eine beliebige Persönlichkeit anhand ihrer Netzdaten erfassen, sogar was ihre unbewussten Eigenarten betrifft. Eine Probandin, für die ein Doppelgänger mittels Datenanalyse gefunden wurde, kam zum Schluss, es sei krass, wie durchsichtig wir sind. Das macht Angst. Wie immer, so auch hier, lassen sich jedoch Zusammenhänge des Lebens anführen, die dieses Problem entschärfen. Weiterlesen

Zur Debatte um den Geist

 

Dass der Geist unabhängig vom Körper besteht, am besten über den Tod hinaus, halten viele für reines Wunschdenken. Andere setzen ihre ganze Hoffnung darauf. Ein unabhängiger Geist, den es schon immer gab und immer geben wird, finde auch ich eher unbehaglich. Wir sollten auch mit Anstand und Würde verlöschen können. Es gab mich ja Millionen von Jahren nicht, und das war auch nie ein Problem gewesen. Dennoch gibt es Argumente, die für diese Unabhängigkeit sprechen. Weiterlesen

Nietzsche überwinden

Endlich habe ich eine Wallfahrt nach Sils-Maria ins Nietzsche-Haus unternommen. Wie ein Verrückter las ich dieser Tage im «Zarathustra». Dabei stellte ich betroffen fest, dass ich kein Nietzscheaner mehr bin.
Weiterlesen

Ein Quell aller Heilung

Wenn man die Einheit von Natur und Mensch für Tatsache nimmt, gefällt das bei Weitem nicht allen. Viele sind besorgt, diese Annahme entlasse uns aus jeder Verantwortung. Das kann man anders sehen. Auch wenn es Gründe gegen diese Einheitsüberzeugung gibt, überwiegen ihre Vorteile aus meiner Sicht. Weiterlesen

Ein Irrglaube

Gewisse Dinge lassen sich einfach nicht aus der Welt schaffen. Völkermorde zum Beispiel. Nahezu jedes Volk hat ein anderes auf dem Gewissen. Darauf weiss niemand eine Entschuldigung. Gleichwohl bin ich daran interessiert, dass ich dieses Übel zu verstehen bekomme. Am Besten aus der Einheit des Lebens heraus. Denn Verstehen und Entschuldigen sind zweierlei.
Weiterlesen

Der grosse Schlaf

Sportler brechen Rekorde. Warum gerade jetzt? Der angebliche Grund: Sie sind ausgeruht. Wegen Corona. Einmal mehr bietet uns diese Krise ein Lehrstück erster Güte. Weiterlesen

Ein Trieb zur Eigenart

 

Nach den Millenials tritt nun die Generation Z auf den Plan. Damit löst beruflicher Ehrgeiz die Sorge um Freizeit und politische Korrektheit ab. Das sind beachtliche Unterschiede, aber ich halte sie für zufällig. Im Übrigen: Was soll nach Z kommen?

Weiterlesen

Porno und Liebe

Zwei Klicks im Netz, und schon fiebern die Drüsen. Das stellt eine Liebesbeziehung hart auf die Probe. Untreue als Argument gegen den Pornokonsum ist mir zu bieder. Mir schwebt eine weiter gefasste Begründung vor, warum Liebe diesem leicht verfügbaren Genuss vorzuziehen wäre.

Weiterlesen

Schulterpolster, Krawatten und Wangenschwülste

Wir halten uns für zivilisiert. Eine Fehlüberzeugung, wie mir scheint. Zum Lachen. Oder zum Weinen? Im Zuge der Coronakrise legte ein Banker anlässlich eines Meetings im Netz genüsslich Hand an sich selbst. Weiterlesen

Der Weg des Lebens

Mag die Kultur so fein werden, wie sie will, sie bleibt doch Natur […].

Robert Walser

Leben will bestehen. Zu welchem Zweck, wissen wir nicht. Jede Antwort auf diese Frage würde neue Fragen aufreizen. So ist das bei uns Menschen. Weiterlesen

Der so genannte Westen. Eine Bestandesaufnahme

Ai Weiwei hat Chinas Staatsapparat am eigenen Leib zu spüren bekommen. Der Künstler sollte vom Westen begeistert sein. Das ist aber nicht der Fall. Im Gegenteil kritisiert er uns scharf. Weiterlesen

Das Luder Wissenschaft

Die Wissenschaft geniesst nach wie vor hohes Ansehen. Dabei ist ihr Betrieb verludert. Das sage nicht ich, sondern der Physiker Eduard Käser in der NZZ vom vergangenen Wochenende, wenn auch in anderen Worten. Weiterlesen

Sterben lernen kurz vor der Impfung gegen Corona

 

cuncta fluunt
Ovid

Nun sitze ich im Garten hinter der Apotheke mit anderen Impfwilligen wie in einer Selbsthilfegruppe im Kreis und warte auf meinen Termin. Das Dilemma ist vollkommen: Wie immer du dich entscheidest, für oder gegen die Impfung, es kann mühsam bis tödlich enden. Falls du die Ausnahmen ernst nimmst, die sich herumsprechen: Auf der einen Seite Gürtelrose, feinste Trombosen in der Halsschlagader, auf der anderen Long-Covid, vielleicht mit Delta-Vorzeichen, oder schleichender Erstickungstod. Weiterlesen

In Verteidigung Red Bull

 

Es kommt vor, dass gewisse Dinge, die uns zusetzen, einfach nicht aus dieser Welt zu schaffen sind. Zum Beispiel Red Bull, das als Unternehmen unbeliebt ist. Bei allem Verständnis für unseren Ärger wäre dieser Wunsch, nämlich dass etwas verschwindet, in seiner Art eigentlich faschistisch: Am besten so lange draufhauen, bis es zu Nichts verpufft. Wenn man diesen verfemten Sachverhalt jedoch aus der Einheit des Lebens begreift, klärt sich manches an ihm, das unsere Ansicht verändern könnte. Hier eine erste  Fingerübung. Eben am Beispiel Red Bull:

Weiterlesen

Religion und Wissenschaft als Einheit

Zwischen Religion und Wissenschaft besteht eine Kluft, die nicht sein muss, wenn man beides als Gangarten des Lebens erachtet. Weiterlesen

An Robert Walsers Grab

Friedhof Herisau: Ich stecke meinen Schreiber in Robert Walsers Grab, genauso wie bei Camus in Lourmarin oder bei Joyce in Zürich, auf dass mein Schreiben Unterstützung finde. Weiterlesen

Der letzte Kick. Schweizer Fussball

Die Schweizer Fussballer schaffen es kaum über einen Achtelfinal hinaus. Ich meine, aus dem gleichen Grund, der auch dazu führt, dass wir die Nationalhymne nur verhalten anstimmen, im Gegensatz etwa zu den Italienern vorgestern in Rom. Dieses scheue Selbstbewusstsein macht historisch Sinn. Auch heute. Weiterlesen

Ai Weiwei und China

Kunst hat politisch zu sein. Dieses Dogma gilt unumstösslich seit dem 1. Weltkrieg. Ai Weiwei kritisiert China mit seiner Kunst. Dem habe ich nur schon deshalb mit Achtung zu begegnen, da ich auf keinen Fall ohne Grundrechte leben könnte. Dennoch bemühe ich mich um ein Verständnis dieses Volksgiganten. Hierarchien, die von oben nach unten befehlen, halten wir für überholt. Dennoch tauchen sie immer wieder auf. Wie stellen wir uns dazu? Weiterlesen

Glotzers

Ältere Semester stören sich daran, wenn Leute auf ihre Händys starren. Sie äffen sie nach, mimen Schwachsinn. Mit mindestens einem historischen Vergleich lässt sich ihre Empörung ruhigstellen. Weiterlesen

Ein Koloss. Zum Dürrenmatt-Jubiläum

Seit Jahren lese ich Dürrenmatt. Jetzt erst hat sich mir erschlossen, wie radikal er ist. Sein Werk spendet sofortige Entlastung von planetarischer Schwere.
Weiterlesen

In Freude baden

Corona hat eine neue Art von Tourismus hervorgebracht. Weiterlesen

Eine Hörnchenspitze im Kaffee

Vergessen hat eine produktive Aufgabe. Nicht nur, was das Gehirn anbetrifft. Weiterlesen

Freud, die Serie

Die Serie «Freud» erntet mittelmässige Kritiken. Für mich ist sie ein Leckerbissen. Weiterlesen

Abermals das Leben

Nun habe ich sozusagen alle Naturdokumentationen von David Attenborough durchstudiert, wenn nicht durchbuchstabiert, gewisse Folgen gleich mehrfach. Der Erkenntnisgewinn übersteigt bei Weitem manche Philosophielektüre. Weiterlesen

Umgang mit Tätern

 

Schöner, wahrer Himmel, schau, wie ich mich verändere.

Alain Badiou

Nun soll sich auch Michel Foucault pädophiler Übergriffe schuldig gemacht haben. Ein Gigant modernen Denkens. Die Gerüchte halten sich bislang unbestätigt. Soll ich jetzt sein Werk mit anderen Augen sehen? Etwa wie all jene, die Woody Allens Filme auf einmal nur noch schal finden, trotz seiner Freisprüche punkto mutmasslicher Übergriffe auf ein Pflegekind. Angenommen, die beiden Herren wären überführt, wie hätten wir mit ihren Werken zu verfahren? Ich meine, es bestände kein Grund, sie zu verwerfen.
Weiterlesen

In Wellen

Auch unsere Zeit kennt Tabus. Unter anderem den Nervenzusammenbruch. Solche Vorkommnisse schotten wir peinlichst berührt gegen Andere ab. Ingmar Bergman liefert eine Handreiche, wie man diese Angelegenheit so begreifen kann, dass sie in ihrer Blösse als völlig natürlich erscheint.

Weiterlesen

Nutzen und Nachteil des Karmaglaubens

 

Man stirbt hart, ist man der Überzeugung, mit diesem einen und einzigen Leben seien nun alle Chancen vertan. Der Höllenrachen steht offen, das Brett kippt, man wird unweigerlich hineingleiten. Beim Glauben an eine Wiedergeburt verhält sich das anders. Dazu gibt es weitere Vorteile. Und wenigstens einen Nachteil. Weiterlesen

Armer Trump

Ranghohe Republikaner fallen in Ungnade, wenn sie an Trump Kritik üben. Wie kommt es, dass eine altehrwürdige Partei ihre Grundsätze den Launen eines grossen Kindes unterordnet? Hier der Versuch einer Erklärung, der allerdings nur auf Vermutungen hinausläuft. Nach dieser Lesart müsste sich Trump empört von seiner Partei abwenden. Weiterlesen

Wie Menschen leiden

 

Wie leiden Menschen? Was für eine Frage! Tiere halten still, während sie Höllenschmerzen ausstehen. Was sie empfinden, wissen wir nicht. Zwar wirken sie in sich gekehrt, aber sie zeigen kein Verhalten, das uns Anlass gäbe, zu unterstellen, sie seien deshalb wütend oder verzweifelt und dem Irrsinn nahe wie wir, wenn wir chronische Belastungen ausstehen. Bei Menschen kommt zum blossen Schmerz noch Einiges dazu. Und das verändert ihn. Also den Schmerz.
Weiterlesen

Individualismus in der Natur

Jede einzelne Lebensform verkörpert eine Eigenart, die von einer bestimmten Norm abweicht. Manche Leute meinen vielleicht, die Natur wäre ausserstande, ein uniformes Lebewesen mit der gleichen Fitness und den immer gleich ausgeprägten Eigenschaften hervorzubringen. So erklären sie den Individualismus in der Natur: Als ein Mangel an Genauigkeit in der Reproduktion. Sehr wahrscheinlich aber ist im natürlichen Individualismus, wie so oft bei Angelegenheiten des Lebens, eine klare Funktion zu sehen. Weiterlesen

Lebensberatung

Es liegt auf der Hand, dass wir in besonderen Fällen anwendungsbezogene Beratung suchen: Wie pflege ich naturgerecht meinen Garten? Wie backt man ohne Hefe? Wie aber steht es um Lebensberatung? Nicht erst seit der Pandemie häufen sich Angebote aller Art, die vorgeben, einen solch umfassenden Anspruch zu erfüllen. Zweifel sind da allemal angebracht.

Weiterlesen

Rückmeldungsunkultur. Von der Inflation eines Anliegens

Gewisse Anliegen erleiden eine Entwertung, wenn man sie auf Biegen und Brechen in der Gesellschaft durchsetzt. Im Übereifer von Regulierung und Bürokratie werden sie ordnungsgemäss verschlissen. Das betrifft etwa das wichtige Anliegen, dass man Rückmeldungen abgibt und annimmt.
Weiterlesen

Tiere und Rauschgift

Nun ist es öffentlich: Auch Tiere nehmen Rauschgift. Das verlangt uns eine Entscheidung ab, wie wir überhaupt Drogen bewerten. Die Überzeugung jedenfalls, die weise Natur wisse sich zu beschränken, während Menschen zu haltlosem Missbrauch neigen, dürfte damit erledigt sein.
Weiterlesen

Echokammern

Unter uns herrscht ein beachtliches Getue ums Ich. Wer bin ich? Was ist der Sinn meines Lebens? Was  meine Berufung? Diese Sorge ergibt sich aus gesellschaftlicher Entlastung. Sie verdankt sich einem Wohlstand, den die Nachkriegszeit herangespült hat. Nun fragt man sich, wie lange diese Schönwetterlage wohl anhält. Das Gewese ums Ich jedenfalls tönt unbeirrt fort. Eine ganze Industrie von Beratung verschiedenster Ausrichtung nutzniesst davon beträchlich. Eine gewisse Bescheidenheit wäre in dieser Sache anzuraten. Aber das klingt schon sehr altbacken.

Weiterlesen

An die Hölle glauben

Schüler fragten mich, ob ich an die Hölle glaube. Ich selbst war erstaunt darüber, wie eindeutig ich ihre Frage verneinte. Weiterlesen

Powered by WordPress.com. von Anders Noren.

Nach oben ↑