Traum vom Haus im Haus – Auf der Suche nach der Gegenwart

Der Stoff ist unterwegs. Derzeit wird er verschifft. Die ersten Mitbewohner sind ausgezogen, wir sind noch zu dritt. Ich werde so lange wie möglich bleiben. Die Spekulation jedenfalls geht auf. Die Stadt wird das Grundstück für die Umfahrung kaufen. Das klassische Herrenhaus, in dem wir noch wohnen, mit olivgrüner Fassade und rosafarbenen Tapeten, lässt man verkommen, bis eine Wiederinstandsetzung ausser Frage steht. Mir gefällt seine Mangelhaftigkeit infolge Alters. Vor lauter Ritzen und sonstiger undichter Stellen brauchen wir nie zu lüften, obwohl viel geraucht wird. Das Parkett ist nicht hauchdünn verklebt. Die Latten, die man zu Carré oder Fischgräten gefügt hat, lösen sich stellenweise oder es öffnen sich Lücken dazwischen, sodass sich Staub und Schmutz darin sammelt. Ab und zu krabbeln Ameisen quer durch die Küche. Sie entsteigen dem Fugenrand bei der Balkontür, der zur Wand hin abdichten sollte, aber schon längst vertrocknet und aufgebrochen ist. Dann schütten wir heisses Wasser darüber, sodass die Kerlchen an Kaviar erinnern, wie sie so eingerollt daliegen. Ungenutzte Rohrleitungen im Keller sind derart durchrostet, dass sie sogleich zerbröseln, wenn man sie anfasst. Mein Gefallen daran dürfte irritieren. Doch man muss wissen, dass ich in einem perfekten Haushalt gross geworden bin. Mit Spannteppich, Sensoren und Fernbedienung für jeglichen Schnick-Schnack. Alles bestens versichert und rückversichert. Meine Eltern erkauften sich ihre Freiheit, indem sie uns mit Fertigprodukten abspeisten, die sich auf Knopfdruck zubereiten lassen. Daher geniesse ich jede Form von Mangel, von Rückständigkeit: Der Kalk auf dem Boden der Badewanne, durch den das Duschwasser ganze Flusstäler zieht. Die Spinnweben, die vor lauter Qualm eingeschwärzt sind und allmählich durchhängen. Das chronisch schiefe Regal, von dem die Zwiebeln herunterrollen. Die Löcher in den Wänden. Man sieht die alten Backsteine, hellrosa und ockerfarben. Und sollte ich auch nur zum Trotz ausgerechnet das bevorzugen, was Erzieher und sonstige Vorläufer für wichtig befunden haben, so findet sich dieses dickköpfige Verhalten in der gesamten Menschheitsgeschichte seit Jahrtausenden am Laufmeter bestätigt. Man sagt zudem, das Haus, in dem man leben möchte, habe mit dem Ich zu tun. Diese Sichtweise scheut mich keineswegs. In meinem Fall gäbe es da also noch einen Keller, der modrig ist und mit Sperrgut zugemüllt und von Kondenswasser getränkt, das aus dem Heizkamin einfach in die Kellerräume geleitet wurde. Ein Spekulationsobjekt bedarf keiner Schonung. Es soll ja verrotten. Warum gefällt mir das? Ich weiss es nicht. Immerhin gehört zu diesem Haus und damit zu meinem Ich eine luftige Dachterrasse unterm Sternenhimmel. Von diesem Haus habe ich auch schon geträumt. Und zwar entdeckte ich in unseren Räumen eine Einliegerwohnung. Also eine Wohnung in der Wohnung. Oder ein Haus im Haus, wie man will. Die Treppe, die zu ihr hinaufführte, war mit toten Fliegen übersäht. Von den Räumen selbst bekam ich kaum etwas zu Gesicht, ich sah nur Bücher in alten Schränken über einer Tür, die schon immer offenstand. Ich war begeistert. Das Besondere daran war, dass ich davon immer gewusst hatte, jedoch erst jetzt die Möglichkeit begriff, diese Räume auch zu nutzen. Probehalber könnte ich gleich in der nächsten Nacht dort schlafen. Das nahm ich mir noch im Traum vor. Als wäre mir eine schlummernde Ahnung zu Bewusstsein gekommen. Auch im Nachhinein empfinde ich die Gewissheit, dass mein Leben einen Schub erfahren würde. Also habe ich neue Räume in meinem Ich entdeckt, genauer ihre Bewohnbarkeit erkannt. Möglichkeiten waren da, und ich sah sie nicht. Das ist schon öfter vorgekommen, und es wird sich bestimmt wiederholen. Eigentlich eine Menschheitsgeschichte. Die Entdeckung neuer Möglichkeiten wirkt berauschend. Der Zeitpunkt dieser Begeisterung kommt mir aber rätselhaft vor, wenn man meine Aussichten im wirklichen Leben bedenkt. Warum beschert es mir diesen Schub, wo es doch ins Dunkle gehen wird? Dazu kommt, dass ich mir aus Selbstentfaltung nicht viel mache. Trotzdem würde ich am liebsten noch einmal davon träumen. Immer wieder diesen Moment der Entdeckung.

Auf der Suche nach der Gegenwart

Der Stoff ist unterwegs. Derzeit wird er verschifft. Die Tür zum Balkon steht offen, es ist Mitternacht vorbei. Regen rauscht in leisen Strömen. Wie so oft blicke ich zur Zollanlage hinunter mit ihrer gewellten Überdachung und den weinrot bekappten Beamten. Wir liegen zwischen Bahnlinie und Landesgrenze. Ein Quartier, das für Einheimische zu unwürdig ist, als dass sie es wirklich zur Stadt zählten. Deshalb gefällt es mir hier. Dieser Stadtteil ist frei von Erwartungen. Es herrscht kein bürgerlicher Aussendruck. Stattdessen sind Migranten unterwegs, Gastarbeiter, Grenzgänger. Täglich bin ich erfreut darüber, dass das Ausland so nahe ist.
Ich fühle mich so richtig präsent. Wie noch selten in meinem Leben. Wie in Griechenland. Die Sache mit dem Tod hat sich verändert. Als Mensch steht es mir zu, dass ich mir auch Vorteile davon errechne. Zum Beispiel verspreche ich mir mehr Gegenwärtigkeit. Nicht nur jetzt, sondern immer wieder. Was nützt dir alle Ewigkeit, wenn dir die Gegenwart entgeht.
Ich schreibe. Dazwischen wandle ich durch die Wohnung. Die Böden knarren, wie immer und doch anders. Ich betrachte den gerahmten Stich in einem der Wohnzimmer. Wie so oft und doch anders. Gezeigt wird die Zerstörung Jerusalems, mit barock verrenkten Figuren. Sie retten Opfergeschirr vor den einfallenden Soldaten. In der Mitte der ausufernden Szenerie nimmt sich einer das Leben, indem er ein Messer in der Grube hinter seinem Schlüsselbein versenkt, damit er sein Herz sicher trifft und so den Schergen entgeht. Diese Entschiedenheit beeindruckt mich gerade sehr. In der Ecke steht seit Tagen der Putzkessel mit schmutzigem Wasser. Auf dem Holztisch stehen Trinkgläser mit eingetrocknetem Weinrest. Die Aschenbecher sind überfüllt. Ein leeres Schachbrett liegt daneben, auf dem Hanflüten verstreut liegen und ein Satz Tarotkarten.
Was heisst es, richtig da zu sein, frage ich mich. Wer den Tod vor Augen hat, lebt intensiver. Das gilt für mich eher, als für andere ohne vergleichbare Diagnose. So gesehen müsste man jene geradezu beneiden, die nur noch ein paar Monate, ein paar Wochen veranschlagt bekommen. So weit bin ich nicht. Noch nicht. Wenig Zeit bedeutet mehr Lebendigkeit. Streng genommen gilt das für alle Menschen in jedem Augenblick ihres Lebens, wenn auch in unterschiedlicher Dringlichkeit. Aber das leben wir nicht so. Dabei wurde längst herausgestellt, dass hinter allem, was wir alltäglich wichtig finden und sinnvoll und bedeutsam letztlich die Angst vor dem Tod steckt. Das Wissen um unser Ableben. Denn gäbe es für uns keinen Tod für uns, wären wir um nichts besorgt. Ich habe das Ja vernommen, und ich will es umsetzen in dem Leben, das mir bleibt.
Gegenwärtig sein. Inniger, als auch schon. Wie mache ich das? Vielleicht hilft es, wenn ich mich an Momente erinnere, bei denen ich mich besonders präsent fühlte. Zum Beispiel hatte ich als Knabe dabei zugesehen, wie mein frisch verstorbener Grossvater hergerichtet wurde. Die Einlagen waren bereits gewechselt, die Gemeindeschwester stülpte das Totenhemd über seinen Kopf, sodass der Mund aufklappte. Die Zahnprothese fehlte noch. Mit geschickten Griffen wurde sie eingesetzt, aber es misslang zunächst, da die Zunge in einer Wangentasche wie gelähmt haftete und mit einem Bissen Omelette bedeckt war, den mein Grossvater nicht mehr hatte schlucken können. Die Schwester klaubte die Reste heraus und strich sie in ein Papiertaschentuch. Der Leichnam war gebettet, ich setzte mich an seine Seite, während die Familie im Wohnzimmer die nötigen Telefonate führte und bereits die Vorbereitung zur Abdankung in Angriff nahm. Ich berührte die Wangen des Leichnams, die Brauen, die Stirn und die gebrochenen Augen. Im Nacken stellte ich Restwärme fest.
Eine andere Situation, die mir in den Sinn kommt: Im Rahmen einer militärischen Schiessverlegung während der Rekrutenschule hatten wir uns in mehreren Wellen bis knapp unter die Berggipfel vorgearbeitet und waren auf einer Kuppe zu liegen gekommen, als uns auf einmal Nebel einhüllte. An weiteres Schiessen war nicht zu denken, die meiste Munition hätten wir somit vergebens hochgeschleppt. Ich hielt mein Raketenrohr bereit mit dem verbeulten Schild, der Gehörschutz sass fest, ich hörte meinen Atem, er ging schnell und bildete Dampf. Selbst bei Regen empfand ich mit Gehörschutz eine Art häusliche Geborgenheit, die mich vom Geschehen um mich herum abschirmte. Vor mir klafften Risse in frischer Erde wie Wunden, die in Schlangenlinien über die Kuppe führten. Sie stammten von unseren eigenen Geschossen. Die Übungsgehilfen warteten mit ihren weissroten Fahnen. Unerwartet hellte es auf. Der Nebel sank schnell, sodass wir überraschend an einem Meeresstrand zu liegen kamen. Über uns wölbte sich ein Abendhimmel, blank und golden. Nur die Berggipfel ragten heraus und wir auf unserer geschundenen Alpweide. Der Horizont leuchtete ringsum, die Nebeldecke blendete. Alle genossen überrascht den Anblick, die Befehlshaber genauso wie die Instrukteure und ihre Gehilfen und wir vom Fussvolk. Ich hätte noch lange so verweilen können, wenn es an den Flanken unserer Reihe nicht zu krachen angefangen hätte. So drehte ich mich auf den Bauch und setzte das Raketenrohr an meiner Schulter an, um es bereitzuhalten für den nächsten Stoss, der für einen Wimpernschlag Hitze erzeugen und mir die lockere Erde in den Mund schleudern würde.
Vielleicht sollte ich eine Theorie der Gegenwart ausarbeiten. Ekel zum Beispiel darf keine Rolle spielen, wenn es darum geht, wirklich gegenwärtig zu sein. Denn Ekel schafft Distanz zur Welt. Das bedeutet Abkehr vom Hier und Jetzt. Beim Ekel scheint mehr Überlegung als Instinkt im Spiel zu sein. Tiere zeigen keinen Ekel, sie suchen einfach weiter, was sie brauchen, ohne viel Aufregung, wie sie Menschen vollführen, wenn sie sich angewidert fühlen. Gegenwart aber meint Nähe zu den Dingen. Erlebt wird unmittelbar, nicht aus zweiter, dritter Hand. Fehlender Ekel, sprich Nähe zur Welt. Mehr noch, es geht darum, dass ich mich in verschiedener Hinsicht zugleich mit der Welt verbunden fühle. Und je weiter dieser Bezug reicht, desto inniger der Moment reinster Gegenwärtigkeit. Soweit eine Theorie der Gegenwart. Also geringster Abstand zur Welt.
Kein Ekel also. Und keine Angst. Sie ist zwar durchaus eine Form innigster Gegenwärtigkeit, allerdings ohne Zustimmung. Es geht um Unmittelbarkeit, dies im Sinne einer unendlichen Annäherung. Fernliegendes rückt in Greifnähe. Das wäre Religion pur. Ihre Grundfrage lautet seit Jahrtausenden: Wie komme ich zur Mitgegenwart von Abwesendem? Insgesamt geht es mir wohl um eine Einheitserfahrung.
In meinem Leben gibt es mindestens einen solchen Moment, der diesen Anspruch erfüllt: Vor Jahren sass ich mit Beatrice auf dem Rücksitz eines Autos. Wir waren nachts unterwegs und gerieten in einen Stau. Beatrice schlief auf meinen Knien. Ich selbst war hellwach und aufgeregt. Eine schwere Wolkendecke überzog die Landschaft. Am Horizont blieb ein Streifen Abendlicht frei, der gelb war wie Hagel. Regen prasselte behaglich auf das Dach. Ich kurbelte das Fenster etwas herunter, damit ich seine Feuchte zu riechen bekam. Neben uns lag Beatrice Sporttasche, aus der der Kopf eines indonesischen Dämons ragte, rot bemalt, eine Puppe mit Stäben, die wir auf einem Trödlermarkt gekauft hatten. Ein Schutzgeist, mit roter Farbe im Gesicht und Hauern von Zähnen. Was schützt, ist lieb nach innen, aber böse nach aussen. Beatrice atmete mit leicht geöffnetem Mund. Ihr Leibchen war hochgerutscht, sodass ich ihren Bauch mit dem Nabel sich heben und senken sah. Ich blickte zur Seite und entdeckte ein rotes Leuchten auf einem hohen Schornstein oder auf der Spitze eines Senders, der in die Schwärze des Himmels hochragte. Es blinkte still und langsam, schwoll an und verebbte. Zugleich hörte ich ein Flugzeug über uns abbremsen. Offensichtlich setzte es zur Landung an. Der Stau löste sich allmählich, sodass wir wie in einem Aderwerk durch die Landschaft rannen. Da packte mich die Lust, Beatrice hier und jetzt zu befruchten, ich stellte mir vor, wie mein Same in diesem leuchtenden Strom mitflösse, wie er von mir zu Beatrice als ein Stück puren Lebens stossweise strudelnd in die mondblutigen Tiefen ihres Gebärens entladen würde, ähnlich der Autokolonnen, die sich stauten und lösten. Völlig gebannt blickte ich auf das rote Blinken, wie es sich in den Nachthimmel erhob. Seine Aufgabe als Warnung für den Flugverkehr erschien mir zweitrangig. Dieses Blinken überragte die Landschaften in alle Richtungen. Es kam mir vor, als hielte es die Weiten zusammen, als drehten sie sich darum wie um eine Mitte. Sein sanfter Puls schien für unser aller Herzschlag zu stehen, die wir uns in diesen Weiten bewegten und um uns selbst drehten und in ihren Strömen dahinglitten. Ich empfand ein seltenes Wohlbehagen. Ein Gefühl von Verständnis überkam mich, es fehlte nicht viel, und ich hätte darin eine väterliche Güte gespürt, die ich gab und zugleich empfing. Ich liess es zu, ohne mich deshalb zu schämen. Hätte ich Beatrice begattet, dann wären die Bewegungen unserer Körper, die Schweisstropfen, der hechelnde Atem, die Laute und die schmelzenden Küsse ein Strudel gewesen, der in den Strömen des Lebens an tausend Orten zugleich aufschäumte und wieder verrann, ob in diesem Auto oder sonstwo. Dabei wurde mir nun klar, dass es zeitweise nicht Beatrice war, die mich derart anzog, sondern einfach dieser lebendige Bauch, den ich so atmen sah. Damals ahnte ich mein Entzücken, dass ich im flüchtigen Moment der Entladung das Leben selbst sein würde, wie es sich in Spannung bringt, wie es sich sozusagen auf den Punkt bringt, indem es wie durch ein pulsierendes Schlupfloch das Innerste nach aussen stülpt, damit es über sich hinauswächst und aufplatzt, um einfach nur fortzubestehen. Beatrice hätte an dieser Schwärmerei wenig Freude gehabt. Aus gutem Grund behielt ich sie für mich. Wer sich in dieser Art für das Leben begeisterte, gab im Alltag gewiss keinen verlässlichen Partner ab, wie sie ihn sich wünschte. Das liegt daran, dass ich dem Persönlichen, das einmalig und unteilbar im Leben auftaucht, die nötige Wertschätzung vorenthalte. Auch jetzt erscheint mir das Unpersönliche am Leben immer reizvoller. Persönliche Neigungen, angefangen bei dümmlichen Lieblingsfarben bis zu Menschentypen, die man meidet oder bevorzugt, langweilen mich zunehmend. Beatrice verliess mich auch deshalb. Ich unternahm nicht einmal den Versuch, sie umzustimmen.
Es kam mir vor, als sei ich wie mit Fühlern durch Schichten des Lebens gedrungen: Die Technik um uns, das Leuchten selbst, die Überlandleitungen, die Schlote, der indonesische Dämon, die Lichtbänder der Kolonnen genauso und nicht weniger reizvoll, als die geborene Natürlichkeit unserer Körper. Das Flugzeug, das zur Landung hinter dem Horizont abbremste. Die vielen Autos, die von fern kamen und nun gebündelt strömten, als wären sie sortiert, bevor sie wie Tropfen in alle Richtungen zerstieben. Beatrice’s Schlaf, und was sei träumte, sofern sie träumte. Dann meine Begierde und mein Same, der über Generationen hinweg gereift schien. Der Regen und das Licht eines gewittrigen Abends. Und das Blinken hielt alles zusammen. Ich erinnere mich, wie aufgeregt ich war.
Gegenwärtig sein. Der Tod als das Nein, das kommt, verstärkt sie immens. Die Gegenwart finde ich, indem ich Ja sage zum Tod. Indem ich Ja sage zum Nein. Momente dieser Art stellen sich ein, wenn das Leben sie zulässt. Sie lassen sich weder planen, geschweige denn voraussehen. Nun aber, da ich auf dem Balkon sitze, wird mir schlagartig klar, dass ich mithilfe dieser Cannabinoide solche Augenblicke sogar würde erzeugen können. Unter veränderter Optik würde ich Gefühle und Gedanken abschöpfen, die durch vielfältigstes Zusammenspiel von Mensch und Umwelt veranlasst aus den Tiefen meiner Lebendigkeit emporsteigen. Die unendliche Annäherung könnte Liebe bedeuten. Aber auch eine Art Politik. Das scheint mir gar kein Stilbruch zu sein. Politik gehört mit dazu. Ihr Bezug zur Liebe mag vielen sonderbar vorkommen. Offensichtlich ist ihr Sinn für Einheit ist noch schäbig entwickelt. Denn die Frage nach der Mitgegenwart des Abwesenden verschiebt leicht ihren Schwerpunkt, sodass es genauso um Politik geht, oder eben um Liebe. Nämlich: Wie kommen wir zur Mitgegenwart von dem, was ohnehin schon anwesend ist? Diese Frage hat mit Liebe zu tun. Aber eben auch mit so etwas wie Politik.