Die junge Hure – Zweites Date mit einer Ehemaligen – In der Sauna
Es gibt Angebote für Massagen von dieser delikaten Art, wie ich sie nötig habe, wer hätte das gedacht. Allerdings braucht es Überwindung, dahin zu gehen. Meistens handelt es sich um Frauen, die ihrerseits keine Überwindung scheuen, solche Praktiken anzubieten. Die bestenfalls mit der finsteren Materie klarkommen: Vor Jahren waren es Mütter oder Pflegerinnen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, die hierzulande anschaffen. Meine Wahl fiel auf eine blutjunge Frau namens Liz. Wenn schon, denn schon. Man verzeih mirs, ich habe mein Schuldgeld abbezahlt, wörtlich wie sinngemäss. Die Stimme am Telefon klang verspielt und offenherzig. Das allein schon zog an den Lenden. Prostatamassage gehe klar. Der Weg führte mich in ein schäbiges Quartier. Im Hinterhof war ich vor Blicken geschützt. Neben der Tür prangten zerbeulte Briefkästen. Die Namensfenster waren leer oder von Hand notdürftig überklebt. Eine quirlige Frau, die leider nicht Liz war, führte mich in ein Zimmer mit kahlen Wänden, das vom Doppelbett förmlich ausgefüllt war. Auf der kleinen Kommode standen Kerzen. Sollte ich sie anzünden? Es war doch zulässig, dass ich mithalf, eine behagliche Atmosphäre hinzubekommen, die den Weg zum gewünschten Ziel erleichterte. Leider fehlte mir ein Feuerzeug. Das heisst, zum Glück. Die Peinlichkeit wäre himmelschreiend gewesen. Ich wäre in Scham versunken. Aber das steht mir wohl ohnehin bevor. Auf einmal stand sie im Zimmer, die sich Liz nannte. Grossgewachsen, dürr, die Schminke unter den Augen verschmiert, und unten ohne, als hätte man sie von der Toilette geholt wie ein Kind vom Töpfchen. Sie blieb ohne jeden Ausdruck. Ich zückte den Geldbeutel, kramte die Scheine heraus und überreichte sie ihr. Da zog es einen übrigen Fünfziger mit heraus, der im vereinbarten Preisgeld nicht miteingerechnet war. Nun schaute er wie ein Zipfel Taschentuch aus dem Beutel. «Ich brauche….. alles», sagte sie und griff auch nach diesem Schein wie nach einem Schmetterling, etwas steif und übervorsichtig, aber entschieden, wobei sie mit dem Oberkörper Abstand hielt. Ich liess sie gewähren, war völlig überrumpelt. Sie legte sich hin, machte keinerlei Anstalt zu irgendetwas, sodass ich sie zu bearbeiten anfing, obwohl das gar nicht vereinbart war. Sie roch belanglos, blieb glatt wie ein Aal, hielt die Beine zusammengepresst. Die Zeichen hätten überdeutlicher nicht sein können. Mir tropfte Schweiss von der Stirn, sie zuckte zusammen, ich griff nach einem Badetuch, aber es war ihres. Und auf einmal fing sie an zu husten, was wiederum mich abschreckte. Da fragte ich sie direkt punkto Massage. Sie tat erst verständnislos, dann meinte sie kleinlaut, solche Dinge täte sie nicht. Da spürte ich ein Gefühl aufkeimen, bei dem ich mich fragte, ob ich nun zu einem enttäuschten Alltagsfaschisten verkäme, mit fettem Bauch und schmutzigen Fantasien, der die junge Frau beschimpfte und mit Verachtung strafte. Als sie aber zur Rechtfertigung von einer Telefonistin laberte, die ihr offensichtlich falsche Informationen zugestellt hätte, platzte ich vor Lachen, und erst mein Gejapse brachte sie aus dem Tritt. Ich brach die Übung ab, und während ich mich anzog, meinte ich, es sei mir klar, dass sie eben Geld bräuchte, wahrscheinlich mehr, als man vermuten könne. Schulden oder so. Ein junges Mädel, das alles Mögliche anbot, nur damit sie Kunden überhaupt ins Netz bekam. Kaum einer würde einen Aufruhr androhen oder gar veranstalten, um sein Geld zurückfordern. Meine Beweggründe, ein solches Angebot zu nutzen, verschwieg ich ihr, sie hätte sie mir eh nicht geglaubt. Soll sie mich als Perverser sehen. Ich bin mir ja selbst nicht im Klaren darüber, wie weit bei meinem Abstieg ins Dunkle auch lustvolle Neugier mitspielt. Somit wünschte ich der Kleinen alles Gute und verliess das Zimmer, während sie mit angezogenen Beinen auf dem Bett sitzen blieb. Bevor ich die Tür zum Hinterhof öffnete, setzte ich eine Kappe auf und schlug den Kragen höher. Das änderte nichts daran, dass ich draussen in eine belebte Szenerie geriet. Der plumpe Freier stahl sich aus der [Schmuddelecke?] und geriet sozusagen prompt in Scheinwerfer. Der verkommene Hinterhof war wie verwandelt. Feuerwehrleute hatten inzwischen Schläuche über den Hof ausgelegt, einige rannten umher. Auf der anderen Seite rauchte es im dritten Stock. Flammen waren keine zu sehen. Ich hörte Befehle rufen, als ich mich hastig entfernte.

Zweites Date mit einer Ehemaligen
Ich traf Petra im Café. Auch in ihrem Fall waren es Jahre her. Damals hatten wir uns gar nicht getrennt, sondern einfach auseinandergelebt, ohne viel Worte. Daher witzelte ich, wir seien eigentlich noch zusammen. Das amüsierte sie vielversprechend. Als sie mich fragte, warum ich sie gerade jetzt kontaktierte, geriet ich in Verlegenheit. Ich liess es zu, und sie übersah es grosszügig. Wir lachten. Da sagte sie unverhofft, sie sei schwanger. Mein Lachen war aus Zuversicht hervorgegangen, aus echter Freude, aber statt es in diesem Augenblick absterben zu lassen, wie es ehrlich gewesen wäre, behielt ich es bei. Aus Stolz, wie auch immer. Ich war enttäuscht, zugleich aber erstaunt darüber, dass ein Lachen zuerst von Herzen echt sein konnte, dann aber falsch und gekünstelt in der Luft hängen blieb, ohne dass es sich äusserlich verändert hätte.

In der Sauna
Nächster Versuch zur Lösung meines Problems, der Besuch einer Schwulensauna. Der Schritt durch die Tür und der Gang die Treppe hoch forderten mir Einiges ab. Oben bekam ich schwarze Kondome ausgehändigt, die besonders reissfest waren. Unter der Dusche überkam mich ein seltsames Gefühl. Am liebsten hätte ich mich einfach fallen lassen, in die Arme dieser Typen, die ich kaum begehrte. Aber ich wollte den Durchstoss, das Gelingen schlechthin, das die Sonne in meinem Becken zum Erglühen bringen sollte. Ich stellte mir vor, ich würde aufgefangen und in Position gebracht und derart penetriert, dass ich zu heulen anfinge. Mein Gemächt jedoch blieb scheu und schlampig wie eine Schnecke, während sich bei Kollegen schon unter dem Wasserstrahl eine gewisse Bereitschaft deutlich reckte. Aber sie rochen den Anfänger an mir. Also wurde ich gemieden. Diese Männer erledigten ihre Lust für zwischendurch. Sie holten sich eine Abfuhr von Überdruck, die auf den Punkt organisiert war, eher sportlich und routiniert, als hastig und beschämt. Den lichtlosen Begegnungsraum zu betreten, fehlte mir der Mut. Vielleicht hätte er mir eine Abkürzung durch das Dunkel geboten, das mir bevorsteht oder in dem ich bereits stecke. Bald floh ich in ein Dampfbad, das leer war. Ich bemühte mich, die Feuchte zu geniessen, atmete ein paar Mal tief ein, doch es brannte in den Nasengängen. Zwei Kerle kamen herein. Sie stellten sich wie Ringer auf und nahmen sich gegenseitig von Hand. Sie sagten nichts, gaben keine Laute von sich. Nur ihr Atem war zu hören, wie er in den Gestaden der Lust immer wieder zu einem Hecheln anschwoll. Es herrschte blanke Sprachlosigkeit. In der ganzen Sauna. Eine Handvoll nackter Männer und kein einziges Wort.